Ausgelassen hoben Uwe Pachner, Juliane Bienlein und Jochen Kempf in der Kommunbräu ihre Gläser und stießen mit dem Bier, das Mark Böhm, Max Beckert, Johannes Brügger und Yannick Herrmann im beruflichen Schulzentrum entwickelt und in der Kommunbräu nachgebraut haben, an. Das Urteil der Rundschau-Leser, die einen Tisch in der Kommunbräu gewonnen hatten: "Frostis Winterseidla", wie die Nachwuchsbrauer ihren Gesellensud genannt hatten, schmeckt auch im Sommer.

Blauer Himmel und Sonnenschein machte den nicht-öffentlichen Anstich, zu dem - wegen der Coronapandemie - in diesem Jahr nur geladene Gäste zugelassen waren -, trotzdem zu einem kleinen Volksfest. "Es ist fast wie früher, in einen Biergarten kann man gehen, aber trotzdem sind viele noch ängstlich", findet Gewinner Uwe Pachner. Begeistert war der Leser der Bayerischen Rundschau auch von den Bratwürsten, die die Schüler entwickelt haben. "Mein Favorit ist aber nicht die Zitronenbratwurst, die eigentlich gewonnen hat, sondern die Bauernbratwurst", urteilte er.

Anders als die Fachjury

Die Testesser des zweiten Gewinnertisches um Harald Schmidt folgten der Wertung der Fachjury ebenfalls nicht. Auch sie fühlten sich magisch von einer etwas anderen Bratwurst angezogen - von der Maibock-Bacon-Bratwurst mit geräuchertem Speck und einer Schüttung aus Maibockbier. Diese deftige Bratwurstvariante zogen sie der Zitronenbratwurst vor. "Mir schmeckt die Maibock-Bacon-Bratwurst am besten. Mit Abstand", fand Schmidt. Hannes Kauper schlug vor, dass die Bratwürste unbedingt auf den Kulmbacher Marktplatz gehören würden. "Vielleicht als Monatsbratwurst", meinte er und zog damit den Applaus von Arno Lulei, Klaus Förster, Torsten Hübner, Daniel Fleischmann, Tobias Hübner und Gina Hilpert auf sich.

Am Ende des launigen Biergartenabends hatte Torsten Hübner doppeltes Glück. Denn er gewann als Andenken an den unbeschwerten Biergartenabend ein Fünf-Liter-Partyfass des Schülerbieres. Braumeister Alexander Matthes von der Kommunbräu zollte den Nachwuchsbrauern höchsten Respekt.

2022 öffentliche Verkostung

Im nächsten Jahr sollen die Schülerprodukte auch öffentlich verkostet werden können. Die Wettbewerbe "Bierwerk" und "Fleischerswerk" stellen die Leistungsfähigkeit des Handwerks unter Beweis. Der Leiter des beruflichen Schulzentrums, Alexander Battistella, hielt eine flammende Rede auf die Solidität des Handwerks. Das berufliche Schulzentrum in Kulmbach, immerhin das zweitgrößte Oberfrankens, weist stabile Schülerzahlen auf.

Besonders freute sich Battistella, dass die Firma Envases, ein führender Hersteller von Metallverpackungen, der Schule 1500 Fünf-Liter-Fässer für das Bier der Nachwuchsbrauer zur Verfügung gestellt hat. "Die Bratwürste, die die Schüler herstellen, dürfen wir nicht in Verkehr bringen. Aus diesem Grund hat Rainer Meisel von der Metzgerei Leipold in Bad Berneck die Bratwürste nachgemacht", dankte Battistella.