Noch sind es nur Quadrate und Linien auf einem Entwurfsplan - und dennoch treibt das Bauprojekt für über 70 Wohneinheiten am Metzdorfer Hang seit Monaten die Anwohner auf die Straße. Aktuell liegt das Vorhaben öffentlich aus, können Bürger, aber auch die Träger öffentlicher Belange, ihr Einwendungen zum Vorhaben kundtun.

Ein Kritikpunkt: die Verkehrsführung. Anlieger hatten große Bedenken, dass das neue Wohngebiet ursprünglich nicht über die Straße am Metzdorfer Hang erschlossen werden sollte - denn an dieser Stelle war in der eigentlichen Planung lediglich ein Gehweg vorgesehen.

"Es ist jetzt überlegt worden, den Verkehr von der oberen Nutzung hälftig an die Ziegelhüttener Straße und hälftig an den Metzdorfer Hang anzuschließen", sagt Tino Heß (Büro Juli-Architekten), federführender Architekt für den Entwurf des Bebauungsplans. Einige der Einwendungen gegen die Planungen beträfen genau jene Verkehrserschließung. "Es ist da nichts in Stein gemeißelt", sagt Heß. Sinnvolle Verbesserungsvorschläge würden in die weitere Planfeststellung einbezogen.

"Es gibt berechtigte Dinge, auch was die Verkehrssituation vor der Ziegelhüttener Schule angeht, die angesprochen gehören. Ich möchte aber betonen, dass es sich hier um städtebauliche Probleme handelt, die seit vielen Jahren bestehen und zu tun haben mit einer lückenhaften Infrastruktur, die aber nie wirklich angegangen worden sind."

Die veränderte Verkehrsanbindung sei nach Auskunft des Architekten "kein umfangreiches Unterfangen, vielleicht ein Mehraufwand von 30 oder 40 Quadratmetern, was sich leicht stemmen lässt".

Dass hingegen das komplette Bauprojekt abgespeckt wird, also deutlich weniger Wohneinheiten entstehen - "dem wird wohl nicht entsprochen werden können", sagt Heß. "Das führt ins Leere. Und man muss auch klar sagen: Die geplante Verdichtung liegt weit unter dem, was wir hätten umsetzen dürfen. Wir haben allein 3000 Quadratmeter zusätzliche Grünfläche eingeplant. Nicht zuletzt laut den Vorgaben des Landesentwicklungsplans könnten wir von 15 000 Quadratmetern zur Nutzung ausgehen, wir setzen aber nur 12 000 an. Besagter Plan sieht eben genau solche Nachverdichtungen vor."

Für Moritz Dippel und Markus Taschner sind die angekündigten Änderungen bei der Verkehrserschließung mit einer dritten Zufahrt nur schöne Worte, um gute Stimmung zu machen. "Mit dem ausliegenden Plan hat das nichts zu tun", sagt Dippel. Und nur darauf könne man sich beziehen, nur dazu seine Einwendungen vorbringen. Zudem stelle eine dritte Zufahrt über die Straße "Am Metzdorfer Hang" eine wesentliche Änderung dar und schaffe neue Betroffenheiten bei weiteren Bürgern, die sich dann ebenfalls wehren würden, ist er überzeugt.

Es ist vor allem die schiere Größe des Vorhabens, die nicht nur die beiden Anlieger im Kirchenweg auf die Barrikaden treibt. "Wir haben nichts gegen eine Bebauung", betont Taschner, nur nicht in diesen Dimensionen, nur nicht mit sechs viergeschossigen Gebäuden samt Tiefgaragen. Letztere, so ihre Überzeugung, würden ohnehin nicht ausreichen, um dort alle Fahrzeuge der neuen Bewohner unterzubringen, was die ohnehin schon angespannte Verkehrs- und Parksituation weiter verschärfen würde.

Es sind noch weitere Punkte, die die beiden Sprecher vieler Anlieger vorbringen: Sie warnen nicht nur vor der Verkehrsbelastung, sie sorgen sich auch um die Sicherheit der Fußgänger, vor allem der Kinder. Und bei Starkregenfällen halten sie den Kanal für nicht ausreichend dimensioniert. Und das alles für "Luxuswohnungen für Personen des gehobenen Geldbeutels", kritisieren sie. Denn bezahlbarer Wohnraum für Normalverdiener mit Familie oder Studenten entstehe nicht am Metzdorfer Hang, so Moritz Dippel.

Dass sie mit ihren Bedenken nicht allein sind, zeige die Tatsache, dass bereits rund 100 Seiten Stellungnahmen bei der Stadt zum dem Vorhaben eingegangen sind, erklärt er weiter. Die Gegner warten nun ab, wie auf ihre Einwendungen seitens der Stadt reagiert wird. Dippel und Taschner setzen auf ein Entgegenkommen der Stadträte, auf eine einvernehmliche Lösung. "Wenn nicht, sind wir bereit, die nächsten Schritte zu gehen. Wir haben uns bereits formiert", betonen sie. Sie haben die Hoffnung nämlich noch nicht aufgegeben, das Vorhaben in dieser Größenordnung zu verhindern.

So geht es weiter: Nach Ende der Auslegungsfrist am 6. September wird sich der Stadtrat mit dem Thema wieder befassen müssen. Dann erfolgt eine erneute Auslegung. Anschließend können die Bürger nochmals mitreden.