Im Tierheim Kulmbach tut sich etwas: Davon konnten sich Tierfreunde beim Tierheimfest am Wochenende überzeugen. Das Tierheim konnte in den vergangenen Monaten ein Carport anbauen und eine Lagerscheune errichten. "Jetzt steht unser Tierheimauto endlich unter Dach und wir müssen im Winter bei Notfällen nicht erst das Auto vom Schnee befreien", erklärt Wolfgang Hain, der Vorsitzende des Tierschutzvereins. Auch die neue Lagerscheune sei wichtig, so können die vielen Spenden zwischengelagert werden. "Bislang stand das alles bei mir zu Hause in der Garage", erklärt Hain.
Zum Tierheimfest besichtigten OB Henry Schramm, Landrat Klaus Peter Söllner und Hermann Popp, stellvertretender Bürgermeister von Ködnitz, die neuen Räumlichkeiten - und hatten natürlich auch eine Spende parat. Dankbar zeigte sich Hain darüber, dass im vergangenen Jahr alle Bürgermeister die Anpassung der Beiträge mitgetragen haben.
Das Tierheim Kulmbach bekommt pro Einwohner fünfzig Cent für die Versorgung von Fund-Tieren, vorher waren es 25 Cent. "Wir nehmen dadurch rund 30 000 Euro pro Jahr ein, aber das Tierheim muss allein 35 000 Euro pro Jahr an Tierheimkosten aufwenden." Die Fundtierversorgung ist eigentlich eine Pflichtaufgabe der Kommunen.
Aktuell versorgt das Tierheim Kulmbach acht Hunde und siebzig Katzen sowie rund fünfzig Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Chinchillas, Degus und Rennmäuse. Neuerdings arbeitet das Tierheim auch mit dem Verein "Tierheimleben in Not" zusammen. Vier Hunde kommen aus dem Ausland und werden jetzt über das Tierheim in Kulmbach vermittelt.
Tierheim-Chefin Susanne Schilling zeigte einen herzallerliebsten Malteser namens Bobby. Er ist elf Jahre alt und kommt aus Ungarn. "Bobby mag Kinder, andere Hunde, er hat nicht einmal ein Problem mit Katzen. In der nächsten Zeit werden ihm noch die Zähne gerichtet", erzählt Schilling. Ebenfalls aus Ungarn kommen die beiden Dackelmischlinge Docki und Dora. Die beiden sind ungefähr im Februar geboren. Und der vierte Ungar ist Popeye, ein ungarischer Hütehund, ungefähr zehn Jahre alt. Weil er umherstreunte saß er schon in einer Tötungsstation - jetzt wird er vermittelt.
Beim Tierheimfest nutzten die Tierfans natürlich die Gelegenheit, um auch die "Insasssen" zu besichtigen oder um sich mit Tierfreunden auszutauschen.


Zamperl-Show als Höhepunkt

Höhepunkt war wieder die große Zamperl-Show: Der Liebling der Jury wurde der zwei Jahre alte Labrador Nero. Nero wollte zwar nicht durch die Tunnel gehen, dafür zeigte er seine Begeisterung über den Hindernis-Parcours, indem er Frauchen Franziska Bock mit der Leine foppte und die Leine immer wieder hochwarf und Fang-mich mit Frauchen spielte. Auch Mops Bobby hatte keine rechte Lust auf Hindernislauf. Deshalb trug Frauchen Gudrun Ruckdeschel ihren Bobby schlicht und einfach über die Hindernisse, krabbelte sogar selbst durch den Tunnel. Und am Ende kam Bobby auf Platz zwei und heimste ein neues Bettchen ein. Auf Platz drei landete die slowenische Hündin Iwa, geführt von "Flinke Pfoten"-Chefin Verena Stenzel. Insgesamt sieben Teilnehmer gingen bei der Zamperl-Show an den Start.
Beim Tierheimfest gab es wieder Live-Musik für jeden Geschmack. Die Cheerleader halfen kräftig mit. Und zum ersten Mal präsentierte sich auch der neue Hundeverein "Flinke Pfoten". Das Spielmobil des Landkreises Kulmbach sorgte für gute Unterhaltung bei kleinen Besuchern.