Viele Bürger nutzen beim Besuch der Bayerischen Rundschau in Marktschorgast die Gelegenheit, ihre Heimatgemeinde als attraktiven Wohn- und Wirtschaftsstandort darzustellen. Die Feuerwehr berichtet von gefährlichen Einsätzen auf der A 9.
Sie ließen es richtig krachen, die über 80 Marktschorgaster Bürger, die zur jüngsten Runde von "Rundschau unterwegs" am Donnerstagabend in den Gasthof "Drei Kronen" gekommen waren. Dazu musste Siegfried Walter vom Brauchtumsverein seine mitgebrachten Hand- und Schaftböller gar nicht abfeuern: Auch so war Stimmung Trumpf beim gut zweistündigen Talk mit BR-Redaktionsleiter Christian Holhut und Redakteur Jürgen Gärtner. Stimmung, für die auch Berthold Müller sorgte, der mit seiner Akkordeonmusik die Marktschorgaster zum Mitsingen und Schunkeln animierte.
Brauchtum wird gepflegtDass die Marktschorgaster ihre Heimatzeitung schätzen, das zeigte der gute Besuch, und so sprach Bürgermeister Hans Tischhöfer auch von einer kleinen Bürgerversammlung.
Eines wurde an dem Abend mehr als deutlich: Marktschorgast ist nicht nur ein attraktiver Wirtschaftsstandort, sondern auch eine ansprechende Wohngemeinde, in der es ein breit gefächertes Freizeitangebot sowie viele ehrenamtliche Hilfskräfte gibt. Da ist eben der Brauchtumsverein, der nicht nur seine Böllerschützen hat, sondern auch eine Volkstanzgruppe, die das Brauchtum hegt und pflegt: mit schmucker Kulmbacher und fränkischer Tracht, die Gertraud Walter und Margarethe Greim den Gästen dann auch eindrucksvoll demonstrierten.
Bodenständig ist der Brauchtumsverein - hoch hinaus will hingegen Thomas Roth mit seinen Kameraden vom Modellflugverein, der mit Wolf Fickenscher sogar einen Weltmeister in seinen Reihen hat. Roth nutzte die Gelegenheit, für den Club die Werbetrommel zu rühren. Werbung, die auch Sebastian Walter für die Wasserwacht machte, die die Aufsicht am Goldbergsee übernimmt, und Anja Gemmer, die die Dorfbühne vorstellte. Die wird auch in der neuen Saison wieder acht Aufführungen einer Boulevardkomödie geben. Gemmer machte Pfarrer Zlatko Kidjemet das Angebot, mitzuwirken. Welche Rolle auf den Geistlichen zugeschnitten wäre? "Natürlich die des Pfarrers", sagte Gemmer, die weiß, dass die Schauspieltruppe Kidjemet bei den Proben den Schlaf raubt: "Deshalb könnte er ja gleich mitmachen."
Alles andere als erheiternd sind die Einsätze, zu denen die Feuerwehr gerufen wird. Wie Kommandant Jürgen Gampert mitteilte, arbeitet die Marktschorgaster Wehr bei Unfällen auf der A9 unter schwierigen Bedingungen. Oft würde keine Rettungsgasse frei gelassen. Manche Autofahrer würden an der Unfallstelle "mit Karacho" vorbeifahren. Vorsicht sei geboten, doch Angst hätten er und seine Kameraden nicht. "Wir wissen ja, dass wir kein Skatclub sind."
Von der Autobahn profitieren der Markt und seine Betriebe. Marktschorgast hat viele namhafte Firmen. Dass der Wohnmobilhersteller Frankia den Standort schätzt, erklärte Produktionsleiter Günther Bisani. Es seien die gute Verkehrsanbindung und auch "Lohnkosten, die sich noch rechnen", die jeglichen Abwanderungsgedanken unterbinden würden, stellte Bisani fest.
Im Markt selbst noch wenig bekannt, aber originell ist die Geschäftsidee von Christian Dillner, einem gelernten Schweißer, der nebenberuflich Schriftzüge aus Holz kreiert und am Donnerstag einige Exemplare vorstellte.
"Kein schöner Land"Von der Präsentation seiner Gemeinde begeistert zeigte sich Bürgermeister Hans Tischhöfer, der weiß, dass die Marktschorgaster ein geselliger Menschenschlag sind.
Den Beweis dafür lieferten dann gleich auch Simone Metzner, Aline Berischa und Martin Greim vom Gesangverein, die auf Aufforderung von BR-Redaktionsleiter Christian Holhut spontan das Lied "Kein schöner Land" anstimmten.