Insolventer fränkischer Autozulieferer gerettet - aber mit massivem Stellenabbau

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Insolventer Autozulieferer übernommen: Stellenabbau an fränkischem Sitz
Die insolvente fränkische PMG GmbH in Diepersdorf wurde von einem Investor übernommen. Bald soll es deshalb zu massiven Stellenstreichungen kommen.
Produktion von Automatik- und Schaltgetrieben bei einem Autozulieferer.
KI-generiertes Symbolbild / Gemini

Nach dem Insolvenzverfahren eines fränkischen Autozulieferers wurde eine Teillösung gefunden. Damit geht jedoch auch ein massiver Stellenabbau einher.

Die Plastic Manufacturing Group (PMG) musste im November 2025 Insolvenz anmelden. Von dieser Maßnahme waren drei Unternehmen der Gruppe betroffen, darunter auch der Hauptsitz in Diepersdorf im Nürnberger Land. Dessen Insolvenzverfahren läuft bereits seit Ende letzten Jahres.

Nach intensiven Bemühungen scheint es nun eine Teillösung für die Diepersdorf Plastic Manufacturing GmbH zu geben. Das teilt die zuständige Sanierungskanzlei Schultze & Braun in einer Pressemeldung mit. Demnach habe man sich mit einem "strategischen Investor" auf eine Lösung geeinigt, die die Fortführung bestimmter Teile der PMG ermöglicht. Diese bringt jedoch auch eine gravierende Veränderung mit sich. 

Teilweise Übernahme der insolventen PMG: Massive Stellenstreichungen an fränkischem Standort

Die Suche nach einem Investor für den Standort Diepersdorf lief bereits seit Anfang Dezember 2025. Die jetzt vereinbarte Übernahme habe die "drohende Stilllegung" verhindert und ermögliche es, zumindest für einen Teil der Gruppe, eine "tragfähige Perspektive" zu schaffen, so der zuständige Insolvenzverwalter Volker Böhm. In Diepersdorf kann also voraussichtlich auch in Zukunft weitergearbeitet werden - allerdings mit personellen Einbußen. 

Durch die Übernahme der Standorte Diepersdorf und Lüdenscheid sollen zwar 350 Arbeitsplätze gesichert werden, jedoch bedeutet das einen massiven Stellenabbau am fränkischen Sitz. Dort müssen insgesamt knapp 300 der zuletzt rund 535 Arbeitsplätze gestrichen werden. In Absprache mit dem Betriebsrat in Diepersdorf habe man für die betroffenen Mitarbeiter einen Sozialplan vereinbart.

Darüber hinaus soll für die Beschäftigten eine Transfergesellschaft eingerichtet werden. Diese können dort bis zu sechs Monate weiterarbeiten und erhalten Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Anstellung. Volker Böhm erklärt: "Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das schmerzliche Einschnitte". In Lüdenscheid hingegen plant man mit einer Übernahme von einem Großteil der rund 120 Mitarbeiter.

Investor übernimmt zwei PMG-Unternehmen: Dritter Standort muss schließen

Angesichts der Übernahme eröffnen sich laut Böhm für die Standorte Diepersdorf und Lüdenscheid "neue Entwicklungsmöglichkeiten". Anders sieht es am dritten Standort, der SMK Plastic Manufacturing GmbH in Oberlungwitz, aus: Dort bereitet man aktuell die Ausproduktion vor. Die Investorensuche blieb für das Unternehmen erfolglos, die 75 dort beschäftigten Mitarbeiter werden deshalb zum 31. Juli 2026 gekündigt. 

Die Diepersdorf Plastic Manufacturing Gruppe gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Anbietern von Kunststoffteilen für die Automobilindustrie. In den vergangenen Jahren musste das Unternehmen jedoch deutliche Umsatzrückgänge verzeichnen. Ursachen dafür sind unter anderem ein geringerer Absatz von Autos in Europa sowie gestiegene Preise für Rohstoffe und Energie.

Die Unternehmensgruppe stellte den Insolvenzantrag aufgrund massiver Verluste, die selbst vom Gesellschafter nicht mehr getragen werden konnten. Trotz des Insolvenzverfahrens der PMG lief die Produktion an den  betroffenen Standorten bis zuletzt weiter, um Zeit für die Investorensuche zu schaffen und den Kunden Planungssicherheit zu ermöglichen. Weitere Nachrichten aus Nürnberg und der Umgebung liest du in unserem Lokalressort.