Vier deutliche Worte sagte Bürgermeister Siegfried Beyer (CSU), bevor der Marktgemeinderat am Montagabend den Haushalt 2014 verabschiedete: "Wir haben wenig Spielraum." Aber: "So, wie wir die Haushaltssatzung jetzt ausgearbeitet haben, ist sie genehmigungsfähig. Das hat uns die Aufsichtsbehörde schon signalisiert." Presseck, so der Bürgermeister, habe auch in Zukunft wenig finanziellen Spielraum. Die Rechtsaufsicht unterstütze jedoch die Bemühungen der Gemeinde um Schuldentilgung. Das sei auch für die Zukunft die Parole.

Kämmerer Frank Wunner legte Einnahmen und Ausgaben offen. Auch bei Kleinstbeträgen sei gespart worden. Größter Posten im Verwaltungshaushalt seien die Personalkosten mit 321.000 Euro. Allein mit 42.000 Euro schlagen die Kosten für die Schülerbeförderung zu Buche.
291.000 Euro sind an Betriebskostenförderung für die Tagesstätte und die Kinderbetreuung zu entrichten.

90 000 Euro für den Winterdienst

Beim Winterdienst kalkuliert Kämmerer Frank Wunner mit Ausgaben in Höhe von 90.000 Euro in diesem Jahr. In dem nahezu ausgefallenen Winter 2013/2014 seien 84 066 Euro benötigt worden.

Beim Vermögenshaushalt sind es vor allem Investitionszuweisungen, die für Einnahmen sorgen. So kommen vom Land über 314.000 Euro. Eine weitere Investitionspauschale aus Fördermitteln nach dem Finanzausgleichsgesetz (FAG) in Höhe von 135.723 Euro ist bereits zugesagt. Bei einem Gesamtvolumen von 580 000 Euro auf der Einnahmenseite sind diese Förderungen und Zuweisungen von immenser Bedeutung. Verkäufe von Fahrzeugen, Veräußerungen von Grundstücken und ähnliches sind nicht geplant.

Bei den Ausgaben schlagen 315.000 Euro für Hochbaumaßnahmen, 50.000 Euro für die Sanierung von Straßen, Plätzen und Brücken sowie 30.000 Euro für Tiefbaumaßnahmen zu Buche. 76.800 Euro entfallen auf ordentliche Tilgungsmaßnahmen, weitere 41.000 Euro sind für die Tilgung an private Unternehmen veranschlagt, erläuterte der Kämmerer.

Bürgermeister Beyer freute sich darüber, dass der Haushalt sorgfältig durchgeplant ist. Beim Kindergarten sei man voll im vorgesehenen finanziellen Rahmen. Dennoch gebe es immer wieder finanzielle Unwägbarkeiten. So seien beim Unimog jetzt dringende Reparaturen angefallen, die Kosten würden sich auf über 2000 Euro belaufen.

Kritische Kommentare

Einhellig befürworteten die Fraktionsvorsitzenden den Haushalt 2014. "Leider ist nicht alles machbar, was wir gerne hätten", kommentierte Raimund Graß (CSU) die Ansätze. Oberstes Ziel müsse es aber sein, Schulden zu tilgen. Wünschenswert wäre eine Aufstockung des Personals. "Wir wünschen uns mehr Mittel von Bund und Land, so dass auch strukturschwache Gemeinden überleben können", sagte Graß.

"Eine Knebelung"

"Wir erfüllen 50 Prozent unserer Aufgaben - wir führen Schulden zurück", erklärte Gerd Leinfelder (SPD), der die Stabilisierungshilfe allerdings als eine "Knebelung" bezeichnete. Und noch immer schwebten viele dringend notwendige Maßnahmen über allem. So müssten Straßen und der Marktplatz müsste saniert werden, ein Wartehäuschen am Friedhof wäre wünschenswert und ein Prädikat für Presseck als staatlich anerkannter Erholungsort. "Aber einen Wermutstropfen muss ich anbringen: Mit hat das Prozedere, wie man den Haushalt verabschiedet hat, nicht gefallen", nahm Leinfelder abschließend kein Blatt vor den Mund.

"Wir stimmen zu. Wir sehen die gute Arbeit der Verwaltung und wir sind froh, dass wir einen genehmigungsfähigen Haushalt haben", betonte indes Stefan Sigmund (FW). "Wünsche hätten wir viele, aber der finanzielle Rahmen bildet nun einmal die Grundlage für vieles", sagte auch Bürgermeister Beyer.