Was haben der fränkische Semmelkloß und die arabische Mallowa gemeinsam? Beide gehören zu den Gerichten, die eine Hausfrau im Herkunftsland einfach "drauf" hat - und beide sind im jeweils anderen Land so gut wie unbekannt.

Seit Donnerstag ist das ein bisschen anders: Bei internationalen Kochen im Rahmen der interkulturellen Woche 2019 trafen sich in der großen Küche des Museumspädagogischen Zentrums im Mönchshof Frauen (und ein Mann!) aus Franken und aus dem Nahen Osten, um gemeinsam zu kochen.

Die internationalen Kochabende haben bereits Tradition und beschränken sich längst nicht mehr nur auf die Interkulturelle Woche. Einblicke in fremde Küchen und Essgewohnheiten stehen im Mittelpunkt. Aber ebenso wichtig sind die Gespräche - die trotz der Sprachbarrieren erstaunlich gut funktionieren.

Jede Menge Knoblauch

Für die fränkischen Teilnehmer gab es viel zu lernen und viel zu staunen: zum Beispiel über die Tatsache, dass für die Gemüsesoße für das Kebab (Fleischröllchen mit Gemüsesoße aus dem Ofen) ganze Berge von Zwiebeln und gleich mehrere Handvoll Knoblauchzehen samt einer großen Menge scharfer Peperonipaste verarbeitet werden, das Gesamtergebnis dann aber keineswegs ungenießbar scharf, sondern angenehm würzig ist.

Reis und Nudeln werden in der fränkischen Küche üblicherweise nicht zusammen verarbeitet. Im arabischen Gewürzreis darf beides nicht fehlen, ebenso wenig wir Kardamom und Zimt, die den Reis duften lassen und ihm eine besondere Geschmacksnote geben.

Was ist Tamarinde?

Rund zwei Stunden lang wurde geschnippelt, gehackt und gerührt. Dazwischen gab es viele Tipps: Wo bekommt man die Gewürzmischung, die entfernt an Lebkuchen erinnert? Was ist Mallowa (ein entfernt an Spinat erinnerndes Kraut, das zusammen mit Hühnchen gekocht wird) und warum verwendet man dafür die getrockneten Blätter? Und was ist Tamarinde (die zitronig schmeckende "indische Dattel") und wie verwendet man sie in der arabischen Küche?

Letztendlich standen auf den Kochstellen viele betörend duftende Gerichte - denen auch der fränkische Semmelkloß mit "Pfiffer" in nichts nachstand.

Organisiert hatte den genussvollen Abend Elsbeth Oberhammer. Für die arabischen Gerichte federführend war Sana Mustafa, was es mit Semmelkloß und Pilzrahmsoße auf sich hat, erfuhren die Teilnehmer von Verena Distler. Als Dolmetscherin fungierte Ikram Abed.