"Fünf bis zehn Minuten" habe er vom Bürgermeister als Zeitvorgabe bekommen, um den Gemeinderäten den Haushalt 2015 zu erläutern. Ganz so schnell war Kämmerer Dietmar Kynast dann aber doch nicht, als er am Donnerstagabend im Rathaus den Etat für das laufende Jahr präsentierte. Kein Wunder, denn das Zahlenwerk hat ein Volumen von 19,3 Millionen Euro (12,8 Millionen Euro im Verwaltungsetat und 6,5 Millionen Euro im Vermögenshaushalt). Das ist nur eine Differenz von -0,32 Prozent im Vergleich zu 2014.

Die aktuellen deutschen Wirtschaftsdaten signalisieren Kynast zufolge ein breit angelegtes Wachstum, der Staat melde von Monat zu Monat neue Rekordeinnahmen. Von dieser positiven Stimmung sei auch der Haushalt des Marktes Mainleus geprägt. Heuer würden 4,3 Millionen Euro an Nettosteueraufkommen einschließlich Zuweisungen erwartet, was einen Zuwachs um 1,83 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr bedeute.

Sechs positive Punkte

Doch das war nicht die einzige gute Nachricht, die der Kämmerer parat hatte. Gleich sechs Punkte, "die sich sehen lassen können", präsentierte er dem Gremium:

1. "Der Haushalt kommt ohne Kreditfinanzierung aus", stellte Kynast fest.
2. Die freie Finanzspanne belaufe sich trotz der geplanten Investitionen auf 413 000 Euro.
3. Der Markt verfügt über einen haushaltshistorischen Höchststand an Rücklagen: 6,16 Millionen Euro.
4. Die seit 1981 unveränderten Realsteuerhebesätze liegen - vor allem bei den Grundsteuern A und B - erheblich unter dem Landesdurchschnitt.
5. Bei den kostendeckenden Einrichtungen Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung habe der Rat seine Hausaufgaben gemacht. "Hier kann verlässlich gearbeitet werden."
6. Die Schulden (2,7 Millionen Euro) seien niedrig, die Pro-Kopf-Verschuldung liege mit 357 Euro deutlich unter dem Landesdurchschnitt (770 Euro). Die Zinsausgaben belaufen sich in 2015 auf nur 25 250 Euro.
Deutlich über dem Landesdurchschnitt lägen dagegen aber die Personalkosten des Marktes (rund drei Millionen Euro).

Kynast zufolge wird viel in Bauvorhaben investiert (4,2 Millionen Euro), vor allem in den Tiefbau (3,04 Millionen Euro). Allein für Kanalbauarbeiten sind 1,34 Millionen Euro vorgesehen, für die Wasserversorgung sind es rund 790 000 Euro.

Kritik am Staat

Wie es aber so die Art des Kämmerers ist, konnte er sich ein paar Seitenhiebe nicht verkneifen: Zu den 1,3 Millionen Euro, die in den Ausbau des schnellen Internets gesteckt werden und zu denen eine Förderung von 522 000 Euro erwartet werde, sagte er: "Für den Ausbau ist in meinen Augen der Staat zuständig. Der wälzt das aber auf die Kommunen ab und lässt sich dann für seinen Zuschuss noch auf die Schulter klopfen."

Und auch eine weitere Bemerkung konnte er sich nicht verkneifen, diesmal mit Blick auf den Brandschutz, für den insgesamt 556 000 Euro eingeplant sind: "Die Stadt München hat 300 Feuerwehrfahrzeuge. Das entspricht einem Fahrzeug je 4721 Einwohner. In Mainleus kommt auf 720 Einwohner ein Feuerwehrauto. Im Verhältnis dazu müsste München 1967 Feuerwehrwagen haben", rechnete Kynast mit einem Schmunzeln vor und beendete damit nach exakt 22 Minuten seinen Vortrag.

Bürgermeister Dieter Adam (FW) verwies darauf, dass mit dem Haushalt Entscheidungen getroffen werden, die über mehrere Jahre Bedeutung hätten. Man müsse bei allen neuen Investitionen immer die Folgekosten im Blick haben. Ziel sei es stets, den Markt nach vorne zu bringen und den Interessen der Bürger bestmöglich gerecht zu werden. Dabei gelte es, mit Blick auf die zur Verfügung stehenden Mittel Prioritäten zu setzen, Wunschträume seien unangebracht.

Das sagen die Fraktionen

"Wir finden nichts im Haushalt, was unnötig wäre", erklärte Jürgen Karg für die SPD. Deshalb stimme seine Fraktion zu.

Grünes Licht gab es auch von den Freien Wählern, für die Hannelore Lindner sagte: "Die Grundlagen für die Zukunft sind geschaffen. Vom Breitband über Kindergarten, Schule und Ehrenamt ist alles dabei."

Wie immer kurz und knapp Erich Schiffelholz von der ABL: "Das ist ein Haushalt, mit dem man leben kann. Wir stimmen zu."

Und auch von der CSU kam ein positives Votum. Siegfried Escher: "Das Ergebnis ist top, der Markt steht gut da."