Einen roten Knopf gibt es nicht. Einen dieser Schalter, auf den Bürgermeister oder Landräte gerne drücken, um etwas in Betrieb zu nehmen - zum Beispiel das schnelle Internet im Raum Mainleus. Dafür besichtigen Bürgermeister Robert Bosch und Friedrich Weinlein vom Netzbetreiber Deutsche Telekom in der Oberen Fischäckergasse in Willmersreuth einen von 16 neuen Verteilerschränken, die für den Betrieb des Breitbandnetzes aufgestellt worden sind.


Wo gibt's das neue Netz?

Dafür, dass man ab sofort im Internet mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) surfen kann, sind 20 Kilometer Glasfaserkabel verlegt worden.
Die neue Technik steht im Hauptort Mainleus sowie in den Ortsteilen Rothwind, Fassoldshof, Schmeilsdorf, Schwarzach, Ruffenhaus, Veitlahm, Wernstein, Willmersreuth, Motschenbach, Buchau, Wüstenbuch, Neuenreuth und Gundersreuth zur Verfügung.

"Davon profitieren über 1800 Haushalte", sagt Weinlein. Und der Bürgermeister freut sich über die moderne digitale Infrastruktur in Mainleus: "Schnelligkeit ist beim Internet das Maß aller Dinge. Mainleus wird als Wohngemeinde attraktiver und als Wirtschaftsstandort gestärkt." Laut Weinlein ist mit der neuen VDSL-Technik telefonieren, surfen und fernsehen gleichzeitig möglich.


Geht nicht von selbst

Allerdings darf keiner, der jetzt schon einen DSL-Anschluss hat, glauben, das schnelle Internet käme von selbst ins Haus. "Das geht nicht automatisch. Die Leute werden alle noch angeschrieben. Sie müssen selbst aktiv werden und das schnelle Internet buchen", erläutert Weinlein.

Die Gesamtkosten für das Internet-Projekt belaufen sich auf 1,1 Millionen Euro. 580.000 Euro beträgt die Förderung des Freistaats Bayern, 145.000 Euro steuert die Gemeinde Mainleus bei, und den Rest übernimmt der Netzbetreiber Telekom.

"Im Herbst sind die Bagger gerollt", so Bürgermeister Bosch, und nun sei die Baumaßnahme pünktlich abgeschlossen worden. Nach seinen Worten kann Mainleus noch Fördermittel des Freistaats in Höhe von 250.000 Euro abrufen. "Und das werden wir auch tun."


Hier wird ebenfalls hochgerüstet

Das Geld wird Bosch zufolge eingesetzt, um das Internet in Ortschaften und Siedlungen hochzurüsten, die jetzt noch unter 30 Megabit pro Sekunde liegen. Das sind unter anderem: Wüstendorf, Proß, Appenberg, Dörfles, Teile von Buchau und Motschenbach, Wolpersreuth, Heinersreuth, Witzmannsberg, Friedrichsberg und Ziegelhütte.

Die genannten Ortsteile müssen nicht mehr lange warten. Ende 2017 soll es auch bei ihnen das schnelle Internet geben.

Die zweite Ausschreibung läuft bereits, wie der Bürgermeister versichert. Die Deutsche Telekom will das weitere Netz ebenfalls ausbauen und wird ein Angebot abgeben, betont Weinlein.