Wenn man nämlich nur ganz, ganz selten Kaffee trinkt. Wenn man am Arbeitsplatz keine Möglichkeit hat, ein halbes Pfund Butter zu kühlen - oder wenn man sich selbst disziplinieren und nur eine Handvoll Gummibärchen naschen will.

Große Verpackungen haben nämlich eine fatale Eigenschaft: Je ungesunder der Inhalt, desto größer ist der Drang, sie auf einen Sitz zu leeren. 200 Gramm geschrotete Weizenkeime halten sich im Vorratsschrank ewig. Die gleiche Menge Marzipan-Schokolade ist weg wie nix. Gut, dass es die Mini-Portionen gibt!

Allerdings stellt sich mir seit langem die Frage: Warum Bonbons, Schokolade, Senf und Kaffee - und warum nicht Chips? Paprika-Chips, Chips mit Sour Cream, geriffelte, gestapelte, gesalzene, im Ofen gebackene... Alle in großen, ach was: in riesengroßen Tüten. Die man natürlich standhaft im Ladenregal liegen lässt. Einmal. Zweimal. Und auch ein drittes Mal.

Und dann passiert's: Ein klitzekleiner Heißhunger macht sich bemerkbar. Auf vier, fünf Chips. Eine Handvoll, höchstens. Aber dringend. Was will man da schon machen? Man muss die große Tüte kaufen. Muss sich Gedanken machen, wie man die Tüte zuhause vor sich selbst versteckt, wenn die Handvoll Chips erst mal raus ist. Muss die Tüte ganz hinten in den Küchenschrank stopfen, ins Wohnzimmerbuffet sperren, im Keller hinter den Marmeladengläsern verräumen. Muss sie dann doch wieder vorholen. Irgendwann ist sie leer. Blöd gelaufen.

Man sollte mal einen Brief schreiben: "Liebe Chips-Hersteller, macht doch die Tüten kleiner!" Aber man ist zu träge. Weil man sich überfressen hat an den Chips aus der viel zu großen Tüte.