Bereits eine Stunde vor Beginn des Krippenspiels herrschte großer Andrang an den Buden auf der Lindauer Dorfstraße. Wurstspezialitäten, Weihnachtsschmuck und dörra Küchla gingen weg wie warme Semmeln. Danach ging es darum, einen Glühwein und einen günstigen Platz möglichst weit vorne in den Publikums-Fünferreihen zu ergattern.

Im Mittelpunkt der Dorfweihnacht stand natürlich das 25. Krippenspiel, das mittlerweile einen nicht unerheblichen technischen Aufwand mit einem separaten Technikturm erfordert. Dort kümmerten sich Harald Bauer und Arno Dörsch darum, dass die mit Headsets ausgestatteten Aktiven überall verstanden werden konnten. Dieter Krause und Michael Lehner rückten das jeweilige Geschehen, das sich abwechselnd in Jerusalem und in Bethlehem abspielte, ins rechte Licht.


Einige Beförderungen


Es war diese Mal keine fränkische, eher eine historische, eine biblische Weihnachtsgeschichte, mit der die Lindauer Dorfgemeinschaft ihren zahlreichen Besuchern eine unterhaltsame Stunde bescherte. Regisseur Jürgen Peter hatte beim Ensemble einige Beförderungen vorgenommen: Der etwas begriffsstutzige Knecht aus dem Vorjahr avancierte zum König Herodes (Thorsten Eichner). In einem knallroten, mit Gold verzierten Gewand protzte er auf seinem Thron.

Klaus Meisel stieg vom Hirten zu einem der Heiligen Drei Könige auf, die alle in Samt gekleidet waren. Gleich zwei strategisch wichtige Rollen kamen Harald Hübner zu. Er war als Einziger schon beim ersten Krippenspiel vor 25 Jahren dabei. Mit seinem Auftritt als Statthalter Quirinius und als Oberbefehlshaber der Truppen beendete er nach eigener Aussage seine "Theaterkarriere".


Tolle Kostüme


Wolfram Broeder-Müller hatte bei der Ausstattung nicht gekleckert, sondern geklotzt: Grobes, braun-grünes Leinen für die Hirten, die Engel traditionell in weiß, ebenso die zwei Priesterinnen. Auch Maria und Josef trugen nicht unbedingt Arme-Leute-Kleidung.

Die Musikeinspielungen zwischen den Szenen- und Ortswechseln hatte Erich Friedrich aus Siebenbrunn arrangiert. Eine Statistenrolle hatte wieder Silvester, der Ziegenbock, übernommen, wenngleich ihn das Geschehen relativ unbeeindruckt ließ.

Auch die Chorgemeinschaft Feuln-Lindau-Waizendorf (Dirigent Christian Knörrer), die Tanzmäuse des TDC (Trainerin Yvonne Götz) und der Posaunenchor Trebgast (Leitung Hellmuth Müller) trug zum Gelingen der Feier bei.