Die ersten Straßen sind schon überflutet, Unterführungen und Felder vollgelaufen: Das neue Jahr ist kaum ein paar Tage alt und hat schon sein erstes kleines Hochwasser zu verzeichnen. Wie immer hat es die neuralgischen Stellen in Ebersbach und Feuln erwischt: Die Straßen sind dort gesperrt. Auch in Lanzendorf wurde die Ortsstraße am Main überspült und musste gesperrt werden.

Für Sven Wasel vom Wasserwirtschaftsamt Hof ist ein Hochwasser um den Jahreswechsel nichts Außergewöhnliches. "Um Weihnachten herum gibt es häufig eine Wärmephase mit Tauwetter und Niederschlägen. Da passiert es ganz schnell, dass wir Hochwasserhaben", erklärt er. Durch den Dauerregen seien die Böden gesättigt und könnten keine Feuchtigkeit mehr aufnahmen - das Wasser läuft in die Bäche und Flüsse, deren Pegel steigen.

Im Raum Kulmbach sind vor allem der Weiße und der Rote Main relevant. Der Weiße Main entspringt im Fichtelgebirge und schlängelt sich auf seinem Weg bis zum Zusammenfluss bei Steinenhausen durch den östlichen Landkreis Kulmbach, wo er für die ersten Überschwemmungen in diesem Jahr gesorgt hat. "Der Weiße Main bekommt etwas mehr Wasser ab als der Rote Main. Beim Weißen Main werden Meldestufen zwischen 1 und 2, vereinzelt vielleicht auch Meldestufe 3 erreicht", berichtet Sven Wasel.

Die Meldestufe 3 kann Mittwochnachmittag bei Mainleus überschritten werden, möglicherweise schon in der Nacht zum Mittwoch bei Ködnitz. Am Dienstagnachmittag hatte der Main dort bereits die Meldestufe 2 überschritten. Eine genaue Prognose ist schwierig, selbst für die Fachleute vom Wasserwirtschaftsamt. Denn die Pegelstände hängen vor allem von der Regenmenge im Fichtelgebirge ab. Und hier seien Niederschlagsspitzen nur schwer vorherzusagen.

In Wirsberg hat die Schorgast und in Untersteinach die Untere Steinach die Meldestufe 1 erreicht. Beim Roten Main, der von Bayreuth gen Kulmbach fließt, sind weniger Niederschläge zu verzeichnen, dort steigen die Pegel nicht so stark.

Für Hochwasser gibt es vier Meldestufen: Meldestufe 1 bedeutet: Stellenweise kleinere Ausuferungen; Meldestufe 2: Land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet oder leichte Verkehrsbehinderungen auf Haupt- und Gemeindestraßen; Meldestufe 3: Einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet oder Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen oder vereinzelter Einsatz der Wasser- oder Dammwehr erforderlich; Meldestufe 4: Bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet oder Einsatz der Wasser- oder Dammwehr in großem Umfang erforderlich.