Wenn Mesner Andreas Dremer seinen Rundgang durch die Kirche St. Michael macht, bleibt jedes Mal sein Blick an den Zunftstäben der Pfarrei hängen. Sie fristen unterm Jahr in der kleinen Taufkapelle ihr Dasein. "Einige Teile sind lose, die Fassung muss erneuert werden. Außerdem sind einige Figuren sehr stark nachgedunkelt, sie müssen gereinigt werden", klagt der Mesner. "Jedes Mal, wenn er in die grauen Gesichter der Heiligen blickt, hofft er auf Unterstützung.

Gemeinsam mit seiner ganzen Familie und vielen Freiwilligen des Arbeitskreises Kräuterbuschen möchte Dremer jetzt dafür sorgen, dass die -Zunftstäbe der Pfarrei St. Michael noch in diesem Jahr eine Auffrischungskur bekommen. "Die Zunftstäbe haben eine jahrhundertealte Tradition. Der älteste stammt aus dem Jahr 1770", hat der Mesner in Erfahrung gebracht.

Pro Zunftstab ist mit Kosten von 200 bis 300 Euro zu rechnen.
Und dabei ist nur eine Reinigung und Auffrischung eingerechnet, Teile, die im Laufe der Jahre verschwunden sind, werden nicht ersetzt, so der Mesner.
"Aber zwei Leute aus unserer Pfarrei haben schon signalisiert, dass sie die Kosten für die Sanierung eines Zunftstabes übernehmen würden", freut sich Dremer offen. Mehr Geld soll durch Aktionen während des gesamten Jahres zusammengesammelt werden. "Ich habe eine Passionskrippge gebaut. Die wird jetzt in der Fastenzeit aufgestellt", erklärt Dremer. Und der Erlös kommt der Sanierung der Zunftstäbe zugute. Außerdem werden am Palmsonntag Palmzweige auf dem Marktplatz verkauft und die Kräuterbuschen an Maria Himmelfahrt.

"Das Problem ist, dass die Zunftstäbe bei der letzten Renovierung eine Patina aufgetragen bekommen haben, die fast grau geworden ist", hofft der Mesner auf viele Spender.

Früher gab es zwölf Zunftstäbe, doch einer ist nicht mehr auffindbar. Deshalb gehen normalerweise der heilige Michael und der heilige Josef bei der Prozession voraus. Rund um den Himmel werden bei den Prozessionen kleine und große Engel getragen. "Die großen Engel gehen hinterher, sie überragen die kleinen Engel", erklärt der Mesner. Und am Ende werden dann der Heilige Petrus und der Heilige Paulus sowie der Heilige Wendelin, der Heilige Johannes und der Heilige Laurentius getragen.