Enterokokken sind keine Entenart, wenn das besagte Bakterium durchaus auch im Darm des Wasservogels vorkommt. Bestimmte Stämme können bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem Infektionen auslösen. Insofern werden in Badegewässern nach Vorgaben der Europäischen Union regelmäßige Proben genommen und begutachtet, ob sich eine grenzwertige Belastung feststellen lässt.

Das Gesundheitsamt Kulmbach prüft den Wert regelmäßig auch für das Naherholungsgebiet Mainaue. "Die Mikrobiologie war in Ordnung und die Wasserqualität im Normbereich", bestätigt David Buchwald von der Pressestelle des Landratsamts. Gleiches gelte auch für den Bakterienstamm Escherichia coli, dessen Vorkommen weit unterhalb des Zulässigen liege.

Indikator für Keime

Bei den beiden genannten Stämmen handelt es sich um sogenannte Indikatorbakterien: Sie zeigen an, ob womöglich Fäkalien in das Gewässer gelangt sind - und damit unter Umständen auch Krankheitserreger. Keime etwa können von landwirtschaftlichen Flächen ins Wasser gespült werden. Oder eben eingetragen von wildlebenden Tieren wie Enten und Gänse.

Einsame Ente

Von denen ist an diesem Mittwochvormittag an der Kieswäsch wenig zu sehen. Eine einzelne Ente gründelt, taucht auf und ab, beobachtet von einer Dame mit Sonnenhut, die ihr Badetuch in die Nähe des Weidezauns platziert. Der soll vor allem den Kanadagänsen den Aufenthalt madig machen. Die Tiere waren vor einigen Jahren in Scharen an der Kieswäsch gelandet und geblieben - mit dem Nebeneffekt, dass die Masse an Gänsekot nicht nur eine unschöne Stranderscheinung war und das Ufer mit Tretminen für die Besucher tapezierte, sondern laut Expertenmeinung auch das starke Wachstum der Cyano- oder Blaualgen förderte.

"Der Zaun gegen die Wildgänse erfüllt seinen Zweck und hat die Anzahl erheblich minimiert", bestätigt Hauptamtsleiter Uwe Angermann. Den Gänsen werde es damit erheblich erschwert, schnell vom Wasser ans Land und umgekehrt zu wechseln. Sollten die Zahlen dennoch wieder steigen, stehen laut Angermann weitere Möglichkeiten zur Verfügung, die Tiere zu vergrämen, etwa mit Hunden. "Bejagen dürfen wir die Gänse momentan nicht, aber wir stehen in Kontakt zur Jägerschaft für den Fall der Fälle."

So hofft Angermann, dass Verantwortliche wie auch Badegäste vor einem ähnlich massiven Blaualgenaufkommen wie 2014 verschont bleiben. "Seither hat sich die Situation wesentlich gebessert, und sogar der Jahrhundertsommer 2018 hat trotz sehr starker Lichtintensität und hohen Wassertemperaturen die Blaualgen nicht so befördert wie zunächst befürchtet."

Neues Spielgerät kommt

Mehr Bewegung als auf herrscht neben dem Wasser. Mitarbeiter des Bauhofs hieven per Kran zwei Spielgeräte auf einen Lastwagen. "Die Stadt nimmt viel Geld in die Hand, um das Gelände gerade für Familien noch attraktiver zu machen", sagt OB Henry Schramm. Die Stadt hat ein umfangreiches Modernisierungsprogramm für die Spielplätze aufgelegt - die Mainaue gehört dazu.

Das neue Spielgerät soll in seiner Ausgestaltung einen Bezug zum Wasser haben und wird deshalb die Form eines Sand-Bootes annehmen. Zusätzlich wird ein Trampolin installiert. Das bestehende Gerät findet woanders Weiterverwendung.