"Kann man nicht Nein sagen": Kurioses Wahlergebnis in Bayern - Bürgermeister wider Willen

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Bürgermeister Helmut Knaus bleibt trotz Rückzugswunsch im Amt der Gemeinde Philippsreut. Die Wahl zeigt das große Vertrauen der Bürger im Bayerischen Wald.

Nicht ganz aus freien Stücken beginnt der Bürgermeister der Gemeinde Philippsreut im Bayerischen Wald eine weitere Amtsperiode. Helmut Knaus hatte sich nicht erneut zur Wahl gestellt. Doch die Bürger haben ihn nach vorläufigem Ergebnis mit 57,1 Prozent der Stimmen wiedergewählt. "Bei dem Ergebnis kann man nicht Nein sagen", so Knaus im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Das sei schließlich eine Bestätigung für seine Arbeit. Deswegen sei ihm die Entscheidung nicht schwergefallen. Nun will er also weitere sechs Jahre am Bürgermeister-Schreibtisch Platz nehmen. Knaus ist seit 2014 im Amt. Eigentlich habe er sich mit 64 Jahren zurückziehen und den Weg für andere Kandidaten frei machen wollen, sagte er. "Es hat sich keiner gefunden oder getraut."

Vollzeitjob statt Ehrenamt

Das Bürgermeisteramt sei zwar offiziell ein Ehrenamt, letztlich aber eine Vollzeittätigkeit, so Knaus. Dafür brauche es sehr viel Idealismus. Seiner Meinung nach müssten auch in kleinen Gemeinden Bürgermeister hauptamtlich tätig sein. Bis zu 100 Arbeitsstunden pro Woche seien keine Seltenheit, viele Termine fänden abends oder an Wochenenden statt. Im Grunde müsse man rund um die Uhr erreichbar sein, etwa wenn es einen Brand gebe oder einen Alarm bei der Wasserversorgung.

Das schrecke sicherlich viele potenzielle Bewerber ab. Nach vorläufigem Ergebnis haben 216 von 415 Wählern seinen Namen auf ihren Stimmzettel geschrieben. Die Wahlbeteiligung lag bei 79,7 Prozent. In dem Ort im Landkreis Freyung-Grafenau waren 521 Menschen wahlberechtigt.

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Vorschaubild: © Pia Bayer/dpa