Viktoria Gäbelein (9) und Julia Krawitz (9) stellen sich stolz vor der Oberen Schule auf. Sie halten das Schild der Klasse 3b hoch. "Eigentlich sollten ein Mädchen und ein Junge das Schild tragen, aber unsere sechs Jungs müssen alle Fahnen nehmen", erzählen sie.

Wie Viktoria und Julia haben auch Laura Hanft (10), Maya Helm (9) und Greta Berger (10) eine Hauptrolle im Festzug. Sie bringen das Festkissen mit dem Fahnenband zum Marktplatz. Nach dem Festzug, der sich mit mehreren Musikkapellen vom MGF-Gymnasium durch die Obere Stadt bis zum Marktplatz schlängelt, sollen die drei Kissen- und Bandträger ganz nach vorne zur Rathaustreppe kommen. Dann wird das Frankenlied gesungen, und Oberbürgermeister Henry Schramm heftet die Fahnenbänder an die dazugehörigen Schulfahnen. So ist es Tradition.


Premiere mit Schultüten

Doch es gibt noch mehr Kinder, die wegen des Gregorifestes ein bisschen aufgeregt sind. Alle diejenigen, die erst nächstes Jahr in die Schule kommen. Die Kindergartenkinder haben sich mindestens ebenso schick gemacht wie die Größeren. Yana Roth (6) und Altina Berbati (7) haben sich ihre schönsten Kleider angezogen und zur Feier des Tages sogar ihre leeren Schultüten mitgenommen.

Zum ersten Mal sind auch Sebastian, Gianfranco, Mario und Pedro dabei. Sie stellen sich gespannt im Schulhof des MGF-Gymnasiums auf, tragen Lederhosen und Karohemden und lachen. Doch dass dies nicht ihre Landestracht sein kann, ist jedem Betrachter auf den ersten Blick klar: Denn die Schüler kommen aus Peru und sind derzeit mit der ISPA Sprachschule vier Wochen in Kulmbach. Die peruanischen Mädels haben sich mit ihren Dirndln für den Festzug schick gemacht. Die Hitze macht ihnen weniger aus. "Nein, so warm ist das nicht", findet Sebastian.

Doch da gibt es auch noch andere Meinungen. Manche Lehrer spielen den Wasserträger, um die Kinder auch unterwegs versorgen zu können. Auch viele Eltern haben Getränke mitgebracht.

Kein Spaß mit Rock und Perücke

Die größte Anerkennung gilt der Rokoko-Tanzgruppe. Ausstaffiert mit langen Reifröcken und Perücken, halten die Mitwirkenden trotz der Gluthitze durch. "Wir schaffen das schon", sagt Helma Nüsslein-Teubner. Und Heinrich Friedrich meint: "Wenigstens regnet es nicht." Die Rokokotänzer behalten sich halt ihre gute Laune.

Die Kinder feiern heuer, wie es die Tradition verlangt. Die Mädchen haben sich ihre schönsten Kleidchen angezogen. Die Jungs tragen Fahnen, auch die deutschen Farben - schließlich ist Deutschland Weltmeister. Und einige haben sogar den alten Gregori-Schlachtruf drauf: "Zicke, zacke, zicke, zacke - hoi, hoi, hoi!"

Am Marktplatz angekommen, lassen die Kinder nach dem Frankenlied und einer kurzen Ansprache des Oberbürgermeisters die Luftballons steigen. Immer wieder eine Augenweide, wenn sich der blaue Kulmbacher Himmel kunterbunt färbt. Im Anschluss feiert jede Schule für sich - mit viel Spaß und Spielen und guter Laune. Denn eines ist klar: Das Gregorifest ist der erste Vorbote für die nahen Sommerferien.