Am späten Nachmittag steht Michael Weich noch ganz unter dem Eindruck der Ereignisse der zurückliegenden Stunde: "So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagt der Stadtbrandmeister der Kulmbacher Feuerwehr. "Da wird's einem doch ganz anders."

Michael Weich ist es zu verdanken, dass ein Kleinkind rechtzeitig aus einer komplett verrauchten Wohnung geholt und vom Notarzt versorgt werden konnte. Am Sonntag wurde ein siebenjähriger Junge zum Lebensretter - dank WhatsApp.

Rauch drang aus gekipptem Fenster - Kind schrie

Am Nachmittag hatten Anwohner einer Wohnstraße in der Blaich in Kulmbach bemerkt, dass aus einem gekippten Fenster einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus Rauch drang. Zudem hörten sie Kindergeschrei in der Wohnung. Sie alarmierten die Feuerwehr, die ebenso wie der Rettungsdienst schnell vor Ort war. Michael Weich traf als erster am Brandort ein. "Ich habe die Kinderschreie gehört und kurz entschlossen die Tür einfach eingetreten", berichtet er.

Zum großen Glück für das Kleinkind: Es konnte mit nur leichten Verletzungen dem Notarzt zur weiteren Versorgung übergeben werden und wurde später vom Rettungsdienst in eine Kinderklinik gebracht.

Mutter stellte Ofen an und verließ Wohnung

Die Ursache für die Rauchentwicklung hatte die Feuerwehr, die mit 20 Mann vor Ort war, schnell ausgemacht: Die Mutter des Kindes hatte das Backrohr wohl zu sehr hochgeheizt, um Essen zuzubereiten, und dann die Wohnung verlassen.