Während im Rathaus die Minister tagen, findet zur Mittagszeit auf dem Marktplatz die zweite Demo statt: Diese wendet sich gegen die Abschiebepolitik der CSU und wird von den Jusos sowie dem Aktionsbündnis "Kunterbunt" getragen. "Abschiebung nach Afghanistan = Mord" und "Afghanistan ist todsicher - 11 500 zivile Tote 2016" steht auf den Plakaten, die die rund 30 Demonstranten hoch halten.
 


"Menschenunwürdig"

Dass Afghanen in ihre Heimat abgeschoben werden, kritisiert Juso-Kreisvorsitzender Julian Seiferth. Denn Afghanistan sei ein Kriegsgebiet. Seiferth begrüßt die Tatsache, dass nach dem Anschlag von Kabul, der Ende Mai 90 Todesopfer gefordert hat, bis zu einer erneuten Prüfung der Sicherheitslage abgelehnte Asylbewerber nur noch im Einzelfall abgeschoben werden. Das sei aber nicht genug. Der Juso-Sprecher fordert einen generellen Abschiebestopp und prangert die CSU-Staatsregierung an, die so schnell wie möglich so viele Afghanen wie möglich abschieben wolle.


Gegen Gewalt

Dass in Bayern Abschiebungen auch von integrierten Asylbewerbern teilweise mit Gewalt erfolgen, stellt der Integrationsbeauftragte der Kulmbacher SPD, Matthias Hahn, heraus.


"Abschiebeminister" im Visier

Wie Hahn spricht auch Arno Pfaffenberger vom Aktionsbündnis "Kunterbunt" von einer "menschenunwürdigen Deportationspolitik", die in Bayern "Abschiebeminister" Joachim Herrmann vorantreibe.
Der Innenminister tagt derweil mit dem Kabinett im Rathaus und bekommt von der Protestveranstaltung vermutlich gar nichts mit.


Afghane: Haben dort keine Zukunft

Es ist eine Demo, die auch junge Afghanen nutzen, um auf ihre prekäre Lage aufmerksam zu machen. "In Afghanistan gibt es täglich Tote. Es gibt dort keine sichere Region", sagt Nasratullah Popalzai, der seit acht Jahren als geduldeter Asylbewerber in Deutschland lebt. Seine Familie sei nach Pakistan geflüchtet, sein Bruder in der Heimat geblieben. "Er wurde vor drei Jahren von den Taliban getötet", berichtet Popalzai, der Angst davor hat, in seine Heimat abgeschoben zu werden: "Dort gibt es für uns keine Zukunft."