Auch wenn das Jahr 2020 coronabedingt für die Kulmbacher Brauerei in den Segmenten Gastronomie, Export und Veranstaltungen starke Einbrüche brachte, konnte das Traditionsunternehmen dennoch das Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis abschließen. Unter Berücksichtigung aller Geschäftsbereiche wuchs der Gesamtabsatz einschließlich der Handelsgetränke und ohne Berücksichtigung der Lohnfertigungsmengen auf 3,45 Millionen Hektoliter, was einem Gesamtwachstum von 2,5 Prozent entspricht.

"Dass die Kulmbacher Gruppe 2020 so gut durch die Krise gekommen ist, hat drei wesentliche Gründe", verkündete Vorstandssprecher Markus Stodden in der virtuellen Hauptversammlung am Mittwoch. "Durch die Fokussierung auf den Handel konnten die Verluste aus den Bereichen Gastronomie, Export und Veranstaltungsgeschäft kompensiert werden." Auch die Beliebtheit der Marken und ihre starke Marktstellung spiegelten sich neben der Distributionsoffensive im Handel wider. Eine Rolle spiele auch die Rückbesinnung auf Regionalität und die Wertschätzung von regionalen Partnern in der Pandemie, so Stodden.

Kulmbacher Brauerei: Biermischgetränke im Trend

Besonders erfreulich entwickele sich der Bereich Biermischgetränke und alkoholfreie Biere. "Während der Markt der Biermischgetränke national ein Minus von 2,9 Prozent verzeichnete, stieg die Nachfrage nach den Biermischgetränken der Kulmbacher Unternehmensfamilie um 22,5 Prozent", sagte Stodden weiter. Ähnlich verhalte es sich mit den alkoholfreien Bieren. "Unser Naturradler und Naturradler alkoholfrei sind hier mit 27 Prozent Zuwachs die Wachstumstreiber."

Im Segment der Bügelverschlussflasche sei die Kulmbacher Brauerei der bedeutendste Brauer Deutschlands mit einem Marktanteil von knapp 30 Prozent. Die größte Bedeutung komme hier der Spezialitätenmarke Mönchshof zu. "Zum Jahresende verzeichnete Mönchshof einen Zuwachs von rund 22 Prozent und kann seine unangefochtene Marktführerschaft auf 26 Prozent ausbauen", sagt Vorstandssprecher Markus Stodden.

Das beliebte Edelherb konnte seine marktführende Position im Pilssegment trotz starker Preiskämpfe und coronabedingter Einschränkungen in der Gastronomie und im Veranstaltungsgeschäft mit 12,6 Prozent im nordbayerischen Raum verteidigen. Das Kapuziner Weißbier nehme mit einem Marktanteil von 14,1 Prozent Platz fünf im deutschen Weißbiermarkt ein.

Radler, Limonade und Mischgetränke: Mehrweggebinde gefragt

Im Segment der alkoholfreien Getränke setzte Bad Brambacher im letzten Geschäftsjahr einmal mehr verstärkt auf natürlich hergestellte Getränke und umweltfreundliche Glas-Mehrweggebinde. Das Wachstum beim Mehrweg-Glasgebinde lag 2020 bei über 80 Prozent. "Auch die Garten-Limonade konnte zum wiederholten Mal kräftig zulegen und ist mit 37 Prozent gewachsen", so der Vorstand. Das sei zwar kein Ausgleich für das fehlende Außerhausgeschäft, aber man blicke zuversichtlich ins neue Jahr.

Umso erstaunlicher ist der Gesamtgewinn angesichts der fehlenden Einkünfte durch Veranstaltungen: Auch in diesem Jahr fällt die Kulmbacher Bierwoche coronabedingt aus.

In den kommenden Monaten will die Kulmbacher Brauerei AG in Technik und Logistik investieren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr flossen rund 20,80 Millionen Euro in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, darunter Kapazitätserweiterungen am Standort Kulmbach sowie die Anschaffung eines weiteren Tunnelpasteurs und einer Entalkoholisierungsanlage.

"Wir blicken trotz der Pandemie optimistisch in die Zukunft und sind überzeugt, dass unsere bisherige Strategie der regionalen Bierspezialitäten durch die Hinwendung der Verbraucher zu regionalen Produkten gestärkt wird", sagte Markus Stodden. In Summe rechne man für das Geschäftsjahr mit einer leichten Umsatzsteigerung, die gesteckten Ziele seien jedoch stark von externen Faktoren wie der weiteren Entwicklung der Pandemie abhängig.

Kulmbacher Braurerei: Trotz Corona-Krise Millionengewinn

Die Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft weist 2020 einen handelsrechtlichen Bilanzgewinn von 15,127 Millionen Euro aus. Die Aktionäre haben beschlossen, diesen wie folgt zu verwenden: 1,50 Euro plus ein Bonus von drei Euro je dividendenberechtigte Stückaktie. 6888,99 Euro werden in die Gewinnrücklagen eingestellt. Die Hauptversammlung sprach den Mitgliedern des Vorstandes sowie des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2020 mit großer Mehrheit das Vertrauen aus.

Das sind die wichtigste Kennzahlen der Brauerei:

  • Konzern-Umsatzerlös 236,8 Millionen Euro
  • Operatives Ergebnis 10,2 Millionen Euro
  • Ergebnis AG 6,6 Millionen Euro
  • Eigenkapital 82,4 Millionen Euro
  • Beschäftigte 914 Mitarbeiter und 56 Auszubildende