Auf diesen Top-Platz bei immerhin 302 vergleichbaren Einrichtungen wiesen am Donnerstag der Leiter der Bundesagentur für Arbeit Bayreuth-Hof, Sebastian Peine, und Landrat Klaus Peter Söllner (FW) bei einer Video-Pressekonferenz hin. Dies seien "fantastische Zahlen" in einem schwierigen Jahr.

Söllner dankte allen, die zu dem großartigen Ergebnis beigetragen hätten. Man habe den Weg des Online-Pressegesprächs gewählt, um zu verdeutlichen, dass es auch in Zeiten der Pandemie durchaus positive Nachrichten gibt. "Wir leben ja mittlerweile in einer Corona-Blase, in der andere Dinge fast keine Rolle mehr spielen. Ich denke aber schon, dass die Zahlen eindrucksvoll sind und insbesondere in der Agentur und im Jobcenter sehr gute Arbeit gemacht wird."

Besser als befürchtet

Die Zahlen "in diesem schlimmen Jahr 2020" seien wesentlich besser, "als wir sie eingeschätzt hatten". Es sei mehr als ein Silberstreif am Horizont, so der Landrat. "Unsere Wirtschaft präsentiert sich stabil, aber wir haben auch Branchen mit gravierenden Problemen, das dürfen wir nicht vergessen."

In der Rückschau ging Sebastian Peine auch auf die Kurzarbeit ein, ohne die sich die Arbeitslosigkeit "sicherlich ganz anders dargestellt" hätte. Was das neue Jahr angeht, hoffe er, dass man Corona soweit in den Griff bekommen werde, dass sich die Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof wieder ihrem dem Dauerthema, dem Kampf gegen den Fachkräftemangel, widmen könne. Hier spielten Weiterbildung und Qualifizierung eine ganz große Rolle.

Eher unscheinbar wirken auf den ersten Blick die Arbeitsmarktzahlen im Landkreis Kulmbach. So sei die Arbeitslosenquote im Dezember 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat von 3,1 auf 3,6 Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen sei dies eine Zunahme von 1307 auf 1478 oder 13 Prozent. Kulmbach habe im oberfränkischen und auch im bayerischen Vergleich Boden gut gemacht. "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir das schon mal hatten. In Deutschland sind die Werte auf einem deutlich höheren Niveau als hier." Kulmbach habe sogar den bayerischen Durchschnittswert erreicht.

Es ging mal auf, mal ab

Bei den Zugängen aus der Erwerbstätigkeit hätten sich im Landkreis Kulmbach im Vergleich zum Vorjahr im ersten Quartal keine signifikanten Unterschiede ergeben. Erst im April 2020 sei der massive Anstieg gekommen. Im Mai habe man einen ähnlichen Anstieg verzeichnet, aber am Ende des ersten Lockdowns habe der Markt wieder angezogen. "Der Zustrom in die Arbeitslosigkeit hat dann massiv nachgelassen", machte Peine deutlich.

Man habe erfreulicherweise auch wieder mehr Abgänge in die Erwerbstätigkeit beobachtet. "Da war eine richtig starke Dynamik da." Was die Entwicklung der Stellenzugänge angeht, habe es im April und Mai sowie im August einen Einbruch der Arbeitskräftenachfrage gegeben, ab Oktober dann jedoch eine ungeheure Dynamik.

4500 Beschäftigte mehr als vor 15 Jahren

Peines Fazit: "Der Arbeitsmarkt im Landkreis Kulmbach ist sehr, sehr gut durch das Corona-Jahr gekommen. In Bayern war es ein Einbruch um 23 Prozent, in Kulmbach von gerade einmal fünf."

Die Entwicklung der Arbeitslosenbestände war laut Agenturchef ebenso positiv. 2005 fielen noch auf eine offene Arbeitsstelle 25,4 Jobsuchende, 2020 waren es nur noch 1,6. Peine sprach von ein "Bombenentwicklung" und ging schließlich noch auf die Beschäftigungszahlen im Landkreis Kulmbach ein. Auch das sei eine Erfolgsgeschichte, denn man zähle fast 4500 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte mehr als vor 15 Jahren und das in einer Phase, in der der Landkreis auch noch Einwohner verloren habe.

Mit den Handlungsfeldern und Herausforderungen 2021 setzte sich Thomas Oetter auseinander, der unter anderem als operativer Bereichsleiter für die Fachkräftesicherung zuständig ist.

Den "krönenden Abschluss", wie es Sebastian Peine formulierte, bildete die Vorstellung einer "super Bilanz" des Jobcenters Kulmbach. Geschäftsführer Norbert Halbhuber hatte allen Grund zufrieden zu sein.

Landrat Klaus Peter Söllner stellte fest, dass sich Industrie, Handwerk und Dienstleistungssektor trotz aller Schwierigkeiten im vergangenen Jahr robust gezeigt hätten: "Die Zahlen geben mir einfach Anlass, in zweierlei Hinsicht Danke zu sagen: der Wirtschaft, die sich in schwierigster Zeit sehr gut behauptet hat, sowie Bund und Land, die mit dem Instrument der Kurzarbeit viele Dinge abgefedert hätten.

"Massiv gebeutelt"

Söllner verhehlte freilich nicht, dass es manche Branchen wie die Gastronomie massiv gebeutelt habe, "das dürfen wir nicht vergessen".