Trotz eines leichten saisonbedingten Anstiegs gab es im Dezember in der Region so wenig Menschen ohne Beschäftigung wie selten zuvor. 8862 Arbeitslose waren im Agenturbezirk Bayreuth-Hof, zu dem auch der Landkreis Kulmbach gehört, zu verzeichnen, 640 weniger als vor einem Jahr. Gegenüber dem Vormonat stieg die Zahl um 397, doch fast alle Beschäftigten, die aufgrund des Winters arbeitslos wurden, kehren im Frühjahr in ihren bisherigen Betrieb zurück.

Die Arbeitslosenquote betrug 3,5 Prozent, 0,3 Prozentpunkte weniger als der Vorjahreswert. Auch die Unterbeschäftigung lag weiter unter dem Niveau des Vorjahresmonats. 13 730 Personen standen im Dezember 2018 nicht in einem regulären Beschäftigungsverhältnis, 911 weniger als vor einem Jahr. Neben Arbeitslosen werden in die Betrachtung der Unterbeschäftigung zum Beispiel auch Teilnehmer an einer beruflichen Qualifizierung oder kurzfristig Arbeitsunfähige einbezogen.

Mitarbeiter oft überlastet

Volle Auftragsbücher, ausgelastete oder oft gar überlastete Mitarbeiter. Viele Betriebe in der Region benötigen dringend qualifiziertes Personal. "Ad hoc kann die große Nachfrage aus dem Pool der aktuell Arbeitslosgemeldeten längst nicht mehr gedeckt werden", erklärt Sebastian Peine, Chef der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof. Eine vielversprechende und naheliegende Alternative sei es, die eigene Belegschaft noch intensiver in die Überlegungen einzubeziehen. "Häufig finden sich in den eigenen Reihen bewährte, erfahrene und engagierte Hilfskräfte", so Peine.

Bereits jetzt unterstützen die Arbeitsagenturen hierbei die Unternehmen mit dem Programm "Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen". Künftig können noch mehr Beschäftigte von einer solchen Förderung profitieren.

Der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit berät kompetent und individuell zu betrieblichen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Ansprechpartnerin für den Raum Kulmbach ist Sarah Schlechtweg, Telefon 0921/887232.

So sieht's in Kulmbach aus

Im Raum Kulmbach stieg die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 69 auf 1341 leicht an. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren somit 74 weniger Kulm-bacher von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember bei 3,2 Prozent und somit 0,1 Punkte unter dem Wert des Vormonats und 0,2 Punkte unter dem Dezemberwert 2017.

Die Bewegungen auf dem lokalen Arbeitsmarkt zeigten sich saisonal geprägt. Meldungen waren hauptsächlich aus dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe, dem Garten- und Landschafts- und Straßenbau zu verzeichnen. Aber auch Berufskraftfahrer und Lagerhelfer waren betroffen. Die meisten Arbeitnehmer haben die Zusicherung ihrer bisherigen Arbeitgeber, im Frühjahr 2019 wieder eingestellt zu werden. Weiterhin meldeten sich einige junge Leute, weil sie die Probezeit in der FOS oder BOS nicht bestanden oder eine betriebliche Berufsausbildung abgebrochen haben.

Im gewerblichen Bereich war ein deutlicher Stellenrückgang zu verzeichnen, da die Außenarbeiten witterungsbedingt eingestellt werden mussten. Gesucht waren Fach- und Hilfskräfte hauptsächlich in der Gebäudereinigung. Weiter besteht Nachfrage nac Maschinen- und Anlagenführern, handwerklichen Fachkräften für den Innenausbau und Kfz-Mechatronikern.

"Allrounder" begehrt

Kleinbetriebe suchen nach kaufmännischen "Allroundern", der soziale Sektor benötigt dringend Sozialpädagogen und Erzieher. Im medizinischen Bereich sind (Zahn-)Medizinische Fachangestellte und Physiotherapeuten nachgefragt. Insgesamt wurden dem Arbeitgeber-Service im Dezember 149 Stellen gemeldet, 31 weniger als im November und 24 weniger als im Dezember des Vorjahres.

Die Jahresbilanz 2018 und ein Ausblick auf die Herausforderungen in 2019 wird die Arbeitsagentur Bayreuth-Hof am 17. Januar vorstellen.