Was befürchtet worden war, hat sich bestätigt: Nach der Auswertung von PCR-Tests steht fest, dass sich nicht nur drei Personen, sondern mindestens 18 im Awo-Senioren- und Pflegeheim Am Rasen mit Covid-19 infiziert haben. Und es könnten noch mehr sein, denn noch sind nicht alle Tests ausgewertet, wie der Leiter der Corona-Koordinierungsgruppe am Landratsamt, Oliver Hempfling, gestern Nachmittag mitteilte.

Zwei Personen im Klinikum

"Die Betroffenen zeigen glücklicherweise überwiegend keine oder nur mäßige coronabedingte Symptome. Lediglich zwei Personen kamen für eine weitere Behandlung ins Klinikum. Sie werden dort aber nicht auf der Intensivstation behandelt", teilt Hempfling mit.

In ständigem Kontakt

Das Landratsamt und das Staatliche Gesundheitsamt stünden seit Donnerstagabend in ständigem Kontakt mit der Heimleitung sowie der Geschäftsleitung und träfen in enger Abstimmung die erforderlichen Maßnahmen. "Hierzu zählt insbesondere eine engmaschige Überwachung durch weitere PCR-Testungen", so Hempfling. Gestern wurden erneut alle Kontaktpersonen der betroffenen Station, Beschäftigte und Bewohner, getestet. "Am Montag werden noch einmal alle Bewohner des Heims durchgetestet." Die positiv getesteten Bewohner würden, soweit notwendig, von ihren Hausärzten betreut. "Zudem wurde sichergestellt, dass die hausärztliche Versorgung auch über das Wochenende und die anstehenden Feiertage jederzeit gewährleistet ist." Hempfling geht davon aus, dass über das Wochenende alle ausstehenden Testergebnisse vorliegen werden.

Weitere Mitarbeiter in Quarantäne

In der vergangenen Woche waren bei Schnelltests im Seniorenheim mehrere positive Ergebnisse verzeichnet worden. In der Folge waren bei allen über 100 Bewohnern und der ganzen Belegschaft Abstriche genommen worden. Nachdem nun 18 Fälle bestätigt sind, spricht Awo-Geschäftsführerin Margit Vogel von einer bedauerlichen Entwicklung. Der betroffene Bereich sei jetzt als Isolierstation ausgewiesen. Da auch Mitarbeiter betroffen und zudem Kollegen als Kontaktpersonen in Quarantäne seien, habe das Seniorenheim Unterstützung erhalten. Beschäftigte aus den Awo-Einrichtungen in Thurnau und Neuenmarkt hätten sich bereiterklärt, auszuhelfen.

Keine Beanstandungen

Alle Besuchstermine wurden abgesagt. Wie Margit Vogel mitteilt, hat die Heimaufsicht am Kulmbacher Landratsamt gestern das Schutz- und Hygienekonzept in der Heiner-Stenglein-Anlage überprüft. Es habe dabei keine Beanstandungen gegeben.