Schottergarten-Verbot für Kulmbach beschlossen: Nicht wenige Naturliebhaber kriegen beim Anblick eines sogenannten Schottergartens das kalte Grauen. In jenen Außenflächen bilden weitläufig ausgelegte Steine das kennzeichnende Gestaltungsmittel. Der größte Pluspunkt: Im Gegensatz zu Gärten, in denen es grünt, machen Schottergarten nur wenig Arbeit - Kiesel, Pflaster und Betonplatten müssen schließlich weder gemäht noch gegossen werden. Doch ohne grüne Gärten haben Vögel, Igel, Eidechsen und Insekten weniger Futter und Lebensraum.

Naturschützern ist das viele Grau deshalb ein Dorn im Auge. "Schottergärten widersprechen jedem Gedanken zur Verbundenheit mit der Natur", heißt es vonseiten des Naturschutzbunds. In einigen Bundesländern und Gemeinden sind Schottergärten deshalb nicht erlaubt. Nun hat auch die Stadt Kulmbach ein entsprechendes Verbot auf den Weg gebracht. Das Anlegen von Schottergärten ist künftig untersagt. Vorsätzliche oder fahrlässige Verstöße können fortan - gemäß der Bayerischen Bauordnung - mit einer Geldbuße in Höhe von bis zu 500.000 Euro geahndet werden. 

Schottergärten in Kulmbach künftig verboten - das sind die Gründe

In einem Schreiben an Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) hat die Stadtratsfraktion der Wählergemeinschaft Kulmbach (WGK) um Ausarbeitung eines Regelwerks gebeten, das auf bebauten Grundstücken das Anlegen von reinen Steingärten verhindert. Grund hierfür sei der immer öfter zu sehende Umstand, dass Grundstückseigentümer auf den freien Flächen ihrer bebauten Grundstücke Schottergärten anlegen. Dies geht aus der Sitzungsvorlage der Stadt Kulmbach hervor, die inFranken.de vorliegt.

Die neue Satzung soll der Beschlussvorlage zufolge im gesamten Stadtgebiet gelten. Die Gründe für das Verbot: Auf diese Weise soll in Kulmbach eine angemessene Begrünung der Baugrundstücke sichergestellt und gefördert werden. Ziel seien letztlich der Erhalt eines gesunden Wohnklimas, Biodiversität und der Schutz der Luftqualität. "Die unbebauten Flächen der bebauten Grundstücke sind wasseraufnahmefähig zu belassen oder herzustellen und zu begrünen oder zu bepflanzen, soweit dem nicht die Erfordernisse einer anderweitig zulässigen Verwendung der Flächen entgegenstehen", heißt es in der Sitzungsvorlage. 

Der Kulmbacher Stadtrat hat der Vorlage mit 18 Zustimmungen bereits grünes Licht erteilt. "Die Satzung muss noch offiziell vom Oberbürgermeister unterzeichnet und dann im Amtsblatt veröffentlicht werden", teilt Jonas Gleich, Pressesprecher der Stadt Kulmbach, am Mittwoch (4. August 2021) inFranken.de mit. "Wir rechnen damit, dass dies in spätestens vier Wochen erfolgt ist."