Hochkomplexe Technik im Wert von Millionen Euro garantiere am Klinikum Kulmbach, dass im Falle eines Stromausfalls der Betrieb unter eingeschränkten Bedingungen weiterlaufen könne, heißt es in einer Pressemitteilung. Mögliche Blackouts würden derzeit auf der ganzen Welt diskutiert.

"Viele fragen sich, was man im Fall der Fälle tun kann, wenn es über längere Zeit keinen Strom mehr gibt. Am Klinikum ist für einen solchen Fall schon längst Vorsorge getroffen", heißt es weiter. Schließlich müsse die Versorgung von Patienten und Patientinnen auch bei einem Stromausfall gewährleistet sein.

"Schwarztest" im Klinikum Kulmbach: Das passiert bei einem Blackout im OP

Zur Überprüfung habe es vor Kurzem einen sogenannten "Schwarztest" gegeben. "Einmal im Jahr, unbemerkt von den meisten Patienten und Besuchern und meist für kurze Zeit, ist das Pflicht", so das Klinikum Kulmbach. Dieses Mal sei auch die Fachklinik Stadtsteinach über mehrere Stunden vom Netz genommen worden. "Horst Wettermann und sein Team sind am Klinikum Kulmbach für die gesamte Technik zuständig. An einem Abend um 20 Uhr haben sie Ernst gemacht", heißt es in der Mitteilung.

Bis nach Mitternacht sei das Klinikum vom öffentlichen Stromnetz abgehängt worden. Nur 13 Sekunden nach Abschaltung hätten die drei Notstromaggregate bereits ihre volle Leistung erreicht. Dann sei unter anderem geprüft worden, ob die nötigen Steckdosen auch tatsächlich funktionieren. "Unverzichtbar sind zum Beispiel die Steckdosen, an denen die Stations-PCs hängen, weil das Klinikum seit 2019 die digitale Pflegeakte nutzt", heißt es.

Keine Unterbrechungen dürfe es etwa im OP oder auch auf den Intensivstationen geben. Dort übernehme bei einem Ausfall "umgehend eine Batterieversorgung die Beleuchtung unterbrechungsfrei", so das Klinikum. Die Überprüfung darüber hinaus habe ergeben: "Alle medizinisch notwendigen Geräte waren an den richtigen Steckdosen und einsatzbereit. Auch die Feuerwehraufzüge, die Brandmeldeanlage und die Löschwasserversorgung standen auf Bereitschaft", wird Wettermann zitiert.

"Auch in Krisenfall": Krankenhaus-Chefin zieht nach Stromausfall-Simulation klares Fazit

Die Leistungsfähigkeit der Generatoren sei entscheidend. Im Klinikum stünden drei Generatoren zur Verfügung, zum Betrieb der zwei Motoren würden 30.000 Liter Heizöl vorgehalten. Das schaffe im Volllastbetrieb und bei einem Verbrauch von etwa 120 Litern pro Stunde eine Laufzeit von etwa zehn Tagen). Im Neubau Süd gebe es 5000 Liter bevorratetes Öl für das große Aggregat. Bei einem Verbrauch von 80 Litern pro Stunde garantiere das einen Volllastbetrieb von zweieinhalb Tagen.

Patienten, die gerade einen Eingriff haben, müssten sich nicht sorgen, so Wettermann.  Im Bereich des Herzkatethers beispielsweise, aber auch in vielen anderen Bereichen im OP, könnten Eingriffe auch bei einem Blackout zu Ende gebracht werden. Gerade laufende Untersuchungen im MRT beispielsweise würden bei Stromausfall dagegen abgebrochen und müssen wiederholt werden, da diese Großgeräte für eine Überlastung der Notstromaggregate sorgen würden, so das Klinikum. "Dank der getroffenen Vorsorge werden Medikamente und Blutkonserven weiter gekühlt, Dialysepatienten werden mit der für sie lebenswichtigen Blutwäsche versorgt und vieles andere mehr."

"Der Test wurde in diesem Jahr nochmals unter ganz anderen Aspekten betrachtet, war doch ein tagelanger Blackout, wie er gerade diskutiert wird, bisher kaum denkbar", wird Brigitte Angermann, Geschäftsführerin des Klinikums Kulmbach, zitiert. Und doch könne man sich "auch in einem Krisenfall wie einem Blackout sicher fühlen, was die gesundheitliche Versorgung am Klinikum angeht", heißt es. Sollte der Strom über längere Zeit ausfallen, könnten in Kulmbach wie in anderen Krankenhäusern trotzdem nur akute Notfälle behandelt werden, darauf weist Angermann abschließend hin.