Corona hat auch das Kulmbacher Klinikum fest im Griff, doch in der Pandemie-bedingt angespannten Lage gibt es abseits aller Medizin auch Grund zur Freude. Der Erweiterungsbau wurde jetzt mit einem internationalen Architekturpreis ausgezeichnet. Der Arbeitsgemeinschaft Kulmbacher Architekturbüro H2M und a/sh Architekten aus Ludwigshafen, die für den Neubau verantwortlich zeichnet, wurde der German Design Award mit der Auszeichnung "Special Mention" verliehen.

Der Blick in die Landschaft

Eine hochkarätig besetzte Jury würdigt die Erweiterung "zu einer Doppelringstruktur mit Neubauten im Süden und Westen". "Ziel unserer Planung war es, neben der notwendigen Funktionalität und Effizienz die räumliche Atmosphäre in den Mittelpunkt zu stellen. Gute Architektur und Materialwahl unterstützen die Genesung des Menschen und leisten damit einen wichtigen Beitrag als ,Haus für den Menschen'", stellen die H2M-Architekten Stephan Häublein und Johannes Müller fest. Das Vorhaben sei gelungen, urteilt die Jury: "Der Blick aus den Patientenzimmern geht durch fein detaillierte Panoramafenster mit großzügiger Verglasung und niedriger Brüstung in den weiten Grünraum und gibt damit passepartoutartig den Blick in die Landschaft frei."

"Visionäres Gebäude"

Es ist die zweite Auszeichnung, denn die Architektengemeinschaft ist erst vor kurzem bei einem weiteren internationalen Design- und Architekturwettbewerb mit dem Iconic Award bedacht worden. Das Klinikum zähle zu den visionären Gebäuden des Jahres , urteilte da die Jury.

Klinikum-Geschäftsführerin Brigitte Angermann beglückwünscht die beiden Büros zur internationalen Auszeichnung. Die Patienten fühlten sich offensichtlich wohl im Neubau Süd. "So bekommen wir von ihnen immer wieder lobende Äußerungen sowohl für die Außen- als auch für die Innengestaltung", sagt Angermann, die es auch für wichtig hält, dass die Belegschaft in einem funktionellen wie auch optisch ansprechendem Haus arbeitet. Noch werde der Neubau West erstellt. "Wenn die gesamte Erweiterungsmaßnahme abgeschlossen ist, wird unser Klinikum ein für die heutige Zeit sehr ansprechendes Bild abgeben."

"Darauf kann Kulmbach stolz sein"

"Die Auszeichnung adelt die Architektur des Klinikums - darauf kann Kulmbach stolz sein", sagt die frühere Bauabteilungsleiterin bei der Regierung von Oberfranken, die Kulmbacherin Marion Resch-Heckel. Das Büro H2M habe die Chance genutzt, "mit einer markanten plastischen Fassade an exponierter Stelle in Kulmbach einen kräftigen architektonischen Akzent zu setzen". "Das Bauwerk vereinigt Funktionalität mit ausgezeichnetem Design. Dies unterscheidet das Klinikum wohltuend von der reinen Zweckarchitektur anderer Klinikbauten", stellt Marion Resch-Heckel fest.

Dass im Innenbereich neben der Funktionalität ein besonderer Wert auf die Gestaltung der Patientenzimmer gelegt worden sei, sei ein nicht zu unterschätzender Beitrag zum Heilungsprozess. "Studien belegen das." Sie gratuliert den Architekten, dem Zweckverband Klinikum und der Klinikleitung zu deren stetem Ringen um die beste Lösung. Mut und Weitblick seien belohnt worden.