An der Außenwand der Monstergrube reiht sich ein Bohrpfahl an den anderen. 225 dieser Betonpfeiler sind notwendig, um bei der Großbaustelle am Klinikum Kulmbach den Hang zu sichern. Hier entsteht - parallel zur Albert-Schweitzer-Straße - das neue Parkhaus mit 156 Stellplätzen. Investitionssumme: 4,5 Millionen Euro. Insgesamt eine komplizierte Baustelle: Neben der Bohrpfahlwand ist auch die Hangabsicherung zu den Nachbarhäusern sehr aufwendig gewesen.


Problem Dauerregen

Aktuell ist Halbzeit auf der Baustelle. Seit November wird dort gewerkelt. Mitte Oktober soll das umstrittene Bauwerk, gegen das Nachbarn erfolglos geklagt haben, fertig sein. "Wir liegen ziemlich im Zeitplan", sagt Architekt Werner Gehringer von der auf die Planung von Parkhäusern spezialisierten AMP Parking GmbH aus Karlsruhe. Der Dauerregen der vergangenen Wochen habe für geringfügige Verzögerungen gesorgt. "Ein bis zwei Wochen", schätzt Gehringer. Nicht dramatisch.

Vom Morast in der Baugrube ist nichts mehr zu sehen. "Alles wieder schön abgetrocknet", stellt der stellvertretende Geschäftsführer des Klinikums, Andreas Hacker, fest. Will heißen, die Bauarbeiten gehen zügig voran.


Zweite Zufahrt

Aktuell wird ein zweiter Kran aufgebaut. Bei einer Grundfläche von 160 x 16,5 Metern würde einer nicht ausreichen, sagt Architekt Gehringer. "So geht's einfach schneller." Deshalb auch die zweite Baustellenzufahrt von der Albrecht-Dürer-Straße, die laut Hacker asphaltiert worden ist, um Staubbelastung für die Anwohner zu vermeiden. Der Weg werde später wieder zurückgebaut.

Die Baufirma Angermüller aus Untersiemau (Landkreis Coburg) beginnt jetzt mit den Fundamentarbeiten. Dann folgt der Aufbau der drei Parkebenen. Dabei bleibt die oberste Etage offen und liegt exakt auf Straßenniveau.

Von oben, also von der Albert-Schweitzer-Straße, sei das Parkhaus "als Betonbauwerk kaum wahrnehmbar", so der stellvertretende Geschäftsführer. Klar, denn zwei Ebenen befinden sich praktisch im Keller.


Schallschutz, Licht- und Blendschutz

Aber auch von der Stadtseite sei das Parkhaus kaum zu sehen, meint der Architekt. Neben den Bäumen, die als Sichtschutz wirken, sei an der Südwestfassade eine Lamellenverkleidung mit Begrünung geplant. Zu den Nachbarhäusern würden ferner Schallschutzplatten angebracht, die auch als Licht- und Blendschutz dienen. "Damit die Autoscheinwerfer den Leuten nicht in die Wohnungen leuchten."

Um Lärmemissionen zu Nachtzeiten zu minimieren, so Hacker, ist die Einfahrt ins Parkhaus nur von 6 bis 20 Uhr möglich. Außerdem ist ein Einbahnverkehr vorgesehen: Einfahrt oben, Ausfahrt unten. Ob ein Teil der Stellplätze für Mitarbeiter des Klinikums reserviert wird, sei noch nicht entschieden.

Einig sind sich alles Beteiligten, dass die Baustelle gut läuft. Wegen Lärm oder der Verkehrsführung habe es bisher kaum Beschwerden gegeben. "Das Parkhaus wird dringend gebraucht, also sieht jeder die Notwendigkeit der Bauarbeiten ein", glaubt der technische Leiter des Klinikums, Horst Wettermann. "Und wir bauen nicht direkt im Klinikgebäude. Wir haben oben eine Verkehrsentlastung erreicht durch die provisorische Verlegung der Wendeschleife und Bushaltestelle nach unten", erklärt Hacker.


Was wird aus Fußweg und Eiche?

Nach seinen Worten werden Wendeschleife und Bushaltestelle zum Schluss wieder nach oben verlegt ("wie früher"), aber zirka 15 Meter näher ans Wohnheim heranrücken. Dafür wird derzeit eine zweite Bohrpfahlwand errichtet. Bei der neuen Wendeschleife, so Hacker, kommt künftig der Fußweg von der Blaich raus, der ums Parkhaus herumgeführt wird. Auch die große Eiche neben der Treppe bleibt stehen. Für den Baum macht die Fassade einen Knick.