Als Pater Thomas Muttam vor vier Jahren nach Deutschland geschickt wurde, verließ er schweren Herzens seine indische Heimat. Denn er hat vorher mit Kindern gearbeitet. "Mir lagen die Kinder immer am Herzen. Und ich habe versprochen, auch von Deutschland aus diese armen Kinder in Indien zu unterstützen", erklärt Thomas Muttam. Inzwischen ist Thomas Muttam Pfarrvikar in St. Hedwig geworden. "Aber leider habe ich für die Kinder noch nicht so viel erreicht wie ich eigentlich erreichen wollte", sagt der gebürtige Inder. "Ich weiß natürlich, dass man nicht die ganze Welt retten kann, aber die Kinder haben jede Hilfe nötig und sie haben sie verdient", sagt Muttam.


Großzügige Erbschaft

Jetzt kam ihm ein glücklicher Zufall zu Hilfe, um sein Versprechen ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Denn Pater Thomas Muttam wurde von Elisabeth Habermann mit einer großzügigen Erbschaft bedacht. "Die Frau hat mir ein Haus mit Grundstück und Blockholzhütte vermacht. Ich habe alles verkauft und möchte dieses Geld als Grundkapital in die Kinderstiftung ,Hoffnungsstrahl' einbringen", erzählt Pater Muttam und fügt gleich hinzu, dass er das gesamte rechtliche Prozedere alleine vermutlich gar nicht durchgestanden hätte. Doch mit Hilfe von zahlreichen Gemeindemitgliedern (allesamt sind ehrenamtlich tätig) hat der Pater die Stiftung gegründet. Barbara Becker, Michael Heckel, Ute Becker, Ute Caspar-Gundel und Oliver Meinhardt sind im Vorstand, Heinz Falk und Erwin Brückner aus Seßlach sind im Beirat, legt Barbara Semlinger offen. "Wir haben die Anerkennungsurkunde von der Regierung für Oberfranken bekommen", erklärt Semlinger. Doch das Geld aus dem Erlös des Hauses - eine fünfstellige Summe - ist nur das Grundkapital. Und das wird nicht angetastet. Finanziert werden Projekte nur über Zinserträge. Damit die Stiftung auch handlungsfähig ist, müssen noch viele Spenden angeworben werden. "Die Zinsen reichen leider nicht - bei der derzeitigen Verzinsung", sagt Semlinger.

"Jeder kann helfen. 25 Euro kostet beispielsweise die Grundimpfung eines Straßenkindes. Mit 150 Euro - einmalig - kann man in Indien eine Schulklasse mit Unterrichtsmaterial versorgen", erklärt Muttam. Und natürlich würde sich der Pater auch über regelmäßige Spenden freuen. Schon mit kleinen Beträgen lassen sich kleine Wunder wirken.
Es gibt mehrere Projekte, die dem Pater besonders am Herzen liegen. So hat er sich immer in besonderer Weise für "Das Haus der Liebe - Snehalaya" in Pune eingesetzt. Dort sind Kinder mit Behinderungen, vor allem mit Zerebralparese, untergebracht. "Das sind besondere Kinder, die gefördert werden müssen, damit sie später zurecht kommen können", sagt Pater Thomas. Doch in Indien werden Kinder mit Behinderungen auch heute noch oft versteckt.


Straßenkinderheim in Mumbai

Ein weiteres Anliegen ist die Unterstützung des Straßenkinderheimes in Mumbai. "Manche Kinder sind völlig auf sich gestellt. Einige der Straßenkinder versuchen sich mit Schuheputzen oder ähnlichem über Wasser zu halten, viele rutschen in die Kriminalität ab", erzählt Pater Thomas. Die jüngsten Kinder, die in Indien auf der Straße leben müssen, sind gerade einmal drei Jahre alt. Durch das Heim in Mumbai bekommen die Kinder eine Chance auf Essen und auf Bildung.

Außerdem möchte der Pater die Schule auf Rädern fördern. Ein alter Bus fährt durch die Elendsviertel in Mumbai; die Mitarbeiter bringen den Kindern die wichtigsten Dinge bei. Ordensschwestern sorgen dafür, dass die Kinder Lesen und Schreiben lernen - und nebenbei bekommen die Kinder noch eine warme Mahlzeit.


Hilfe für Ureinwohner Indiens

Und außerdem möchte sich die Kinderstiftung "Hoffnungsstrahl" noch für das Schülerheim für benachteiligte Ureinwohner Indiens einsetzen. Es liegt zwei Autostunden von Mumbai entfernt. Wie die anderen Projekte auch, wird auch dieses Heim von der Ordensgemeinschaft der Missionare des Heiligen Fran von Sales betreut. "Ich würde mich sehr freuen, wenn wir diese Projekte voran bringen könnten. Der Erlös kommt zu 100 Prozent den Kindern zugute", sagt Pater Thomas. Persönlich reist Pater Thomas Muttam jedes Jahr einmal in seine alte Heimat in fast 12 000 Kilometern Entfernung und stattet den Kindern und Jugendlichen einen Besuch ab.

Kontakt:
Einmalspenden 25 Euro reichen für die Grundimpfungen eines Straßenkindes, 45 Euro für die Einkleidung eines Straßenkindes, 150 Euro für die Ausstattung einer Schulklasse mit Unterrichtsmaterial.

Monatsspenden Regelmäßig 14 Euro pro Monat reichen für die Physiotherapie eines behinderten Kindes, 45 Euro für die Ernährung eines Heimkindes,
150 Euro für die komplette Betreuung eines behinderten Waisenkindes in Snehalaya.

Spendenkonto Kinderstiftung "Hoffnungsstrahl"; IBAN: DE08 7715 0000 0101 5473 39