Mit ein und zwei Jahren sind Ida und Lukas längst Profis vor der Kamera. Sie liegen in der Spielecke und lauschen artig den Worten von Ulla Hartenstein, der stellvertretenden Leiterin der Kinderkrippe. Sie lachen und albern auf Kommando herum - alles fürs Foto.

Ida und Lukas sind Krippenkinder in der "Krümelkiste" - und es scheint ihnen gut zu gefallen. In der Regel sind die Mädchen und Jungen zwischen sechs Monaten und drei Jahre alt. Es gibt aber auch Kinder, die deutlich jünger sind. Gerade warten Ida und Lukas auf das Mittagessen, anschließend werden sie sich im Schlafraum ausruhen. Die Abläufe sind geregelt, die Kinder sind fröhlich.

Der Anfang war schwer

Diese Situation beruhigte auch Sabine Eichner. Sie war eine der ersten Mütter, die das Angebot der Kulmbacher Krippe nutzte.
"Meine Kinder waren in der Krümelkiste sehr gut untergebracht", erzählt die 37-jährige Mutter. Mittlerweile sind Ferries, Fanny und Finian neun, sieben und vier Jahre. Die Krippen-Zeit liegt hinter ihnen. Eichner bereut nicht, dass sie ihre Kinder schon früh in die Krippe gegeben hat.

"Damals war das auch noch sehr selten. Es gab viele Vorurteile", erinnert sich Eichner. Ulla Hartenstein und die Einrichtungsleiterin Susanne Fladt erinnern sich noch gut an die Anfangszeit der Krippe vor zehn Jahren. Die Krümelkiste war die erste Krippe überhaupt in Kulmbach. "Viele dachten bei der Krippe an eine reine Aufbewahrung der Kinder", erklärt Hartenstein.

Großeltern waren skeptisch

Besonders die Großeltern waren sehr skeptisch. In ihrer Zeit gab es Krippen nicht, sie hatten keine Vorstellung, wie die Einrichtung funktioniert. "Manche Omas und Opas holten ihre Enkel schon mittags ab, weil sie dachten, es gäbe nichts zu essen", sagt Hartenstein. Oft wurden die Erzieherinnen gefragt, ob die Kinder gewickelt werden. Selbstverständlichkeiten, die den Großeltern und vielen Skeptikern nicht klar waren.

Auch Sabine Eichner kannte diese Vorurteile. Sie wollte Beruf und Kind unter einen Hut bekommen, doch es funktionierte nicht so, wie sie sich es vorgestellt hatte. Sie ist selbständig und nahm ihren Sohn mit ins Büro. Doch sie konnte weder der Arbeit noch ihrem Kind gerecht werden. "Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen", erinnert sich die Mutter. Ein Jahr lang fuhr sie ihren Sohn regelmäßig zu den Großeltern nach Regensburg. Dann fragte Eichner bei der Krippe nach. "Ich schilderte ihnen meine Situation und obwohl die zwölf Plätze bereits vergeben waren, nahmen sie Ferries auf." Sie war erleichtert.

Krippe bietet 40 Plätze

Mittlerweile hat die Krippe aufgestockt. Drei Gruppen mit je 14 Kindern verteilen sich auf zwei Häusern in der Frankenleite 110 und seit 2008 auch in der Mangersreuther Straße 42. "Durch die Krippe konnten wir die gemeinsame Zeit intensiver nutzen." Die Kinder sind schnell selbständig geworden und lernten früh den Umgang mit anderen Kindern. Der Übergang in den Kindergarten fiel ihnen sehr leicht. Wegen ihrer guten Erfahrungen, war es für Eichner klar, auch ihre anderen beiden Kinder mit sechs Monaten in die Krippe zu geben. Eichners Kinder hatten sich alle sehr schnell eingewöhnt an den Alltag in der Krippe. "Das war sehr unkompliziert."

Die Krippe war auch für die Leiterinnen Neuland. Ulla Hartenstein arbeitete zuvor im Kinderheim, Susanne Fladt war auf Kindergärten spezialisiert. Durch Fortbildungen und eigene Kinder lernten sie den Umgang mit ihren jungen Gästen.

Während es im Kindergarten viel um Spielen und ein großes Angebot an Aktivitäten geht, stehen in der Krippe die Grundbedürfnisse der Kinder im Vordergrund. "Die kleinen Kinder brauchen viel Zuwendung und Nähe. Sie wollen oft kuscheln", erklärt Susanne Fladt. Die Leiterinnen freut es, dass die Krippen immer besser angenommen werden. "Wir leben hier ein Familienleben."

Tag der offenen Tür

In der Kinderkrippe Krümelkiste findet am Samstag ein Jubiläumsfest statt. Die älteste Kulmbacher Krippe feiert von 14 bis 16 Uhr ihr zehnjähriges Bestehen. Eltern, Großeltern, Kinder und alle Interessierten werden in die Frankenleite 110 und in die Mangersreuther Str. 43 eingeladen. Die Kinder haben Bilder gemalt, die in einer "Klein-Kunst-Vernissage" ausgestellt werden.