Schreck in der Morgenstunde: Dichter Qualm kam Dienstagfrüh um 8 Uhr aus der Dachwohnung des Mehr familienwohnhauses in der Mangersreuther Straße 35. Die Feuerwehr und weitere Einsatzkräfte waren schnell vor Ort und verhinderten Schlimmeres. Zwei Bewohner, die sich noch im Haus aufhielten, konnten in Sicherheit gebracht werden. Die Zwei-Zimmer-Wohnung wurde bei dem Brand "komplett zerstört", so die Polizei, die den Schaden auf 75.000 Euro schätzt.

Bei der Integrierten Leitstelle in Bayreuth schlugen mehrere Anrufer Alarm, die das Feuer bemerkt hatten. Insgesamt eilten rund 60 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rettungsdienst und Polizei an den Brandort.

Mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus

Der 67-jährige Mann aus der Dachwohnung konnte sich ins Treppenhaus retten und wurde von der Feuerwehr nach draußen gebracht. Er kam mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Die Bewohnerin einer Nachbarwohnung, die es selbst ins Freie geschafft hatte, wurde wegen des Verdachts auf Rauchvergiftung ebenfalls vorsorglich im Klinikum behandelt.

"Für uns ist es immer gut gelaufen, wenn wir die Leute rausbringen", sagte Stadtbrandmeister Michael Weich, der zusammen mit Stadtbrandinspektor Heiner Poperl die Einsatzleitung hatte. Die Feuerwehr öffnete zunächst sicherheitshalber auch die anderen Wohnungen, um sich zu vergewissern, ob sich noch weitere Personen in dem Haus aufhalten. "Es war keiner mehr drin, die Leute waren alle auf der Arbeit", so Weich.

Drehleiter wurde nicht gebraucht

Deshalb konnte sich die Feuerwehr darauf konzentrieren, den Brand zu löschen. Die Drehleiter wurde vorsichtshalber in Stellung gebracht, falls die Dachhaut durchbrennt. "Sie musste nicht eingesetzt werden", erklärte Weich, "wir konnten das Feuer durch einen Innenangriff mit fünf Trupps unter Schwerem Atemschutz bekämpfen." Daher sei auch kein großer Wasserschaden entstanden.

Obwohl die Feuerwehr den Brand rasch unter Kontrolle hatte, zerstörten das Feuer und die enorme Rußentwicklung die Wohnung nahezu komplett. Sie ist nicht mehr bewohnbar. Durch die Hitze platzten mehrere Fensterscheiben, und das Dach wurde in Mitleidenschaft gezogen. Aber die Feuerwehr - 40 Mann aus Kulmbach und zehn Mann aus Melkendorf - konnte ein Ausbreiten der Flammen auf die anderen Wohnungen verhindern. 15 Mitarbeiter des Roten Kreuzes sicherten die Einsatzkräfte während der Löscharbeiten ab.

"Leute fix und fertig"

Die Feuerwehr rückte um elf Uhr ab. "Die Leute sind fix und fertig gewesen", betonte Weich. Danach hatten sie aber keine Zeit, um sich auszuruhen: Alle gingen wieder auf ihre Arbeit.

Anschließend untersuchten Brandfahnder der Kripo Bayreuth die ausgebrannte Wohnung. Sie wurden schnell fündig. Nach ersten Erkenntnissen dürfte eine Kerze, die der 67-Jährige vorher angezündet hatte, die Ursache des Feuers gewesen sein. Gegen den Mann wird nach Angaben der Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung eingeleitet.