Viele Jahre lang war Mario Forster (trägt heute anderem Namen) als V-Mann in "einer der gefährlichsten Verbrecherbanden der Welt", der Rockergruppe "Bandidos", tätig. Gestützt vom bayerischen Landeskriminalamt (LKA) sollte er dort Informationen zu den agierenden Personen sammeln - doch als die Rockerbande drohte, den Mann zu enttarnen, stand dieser plötzlich alleine da.

Nun widmete sich die Sendung "Jenke Crime" dem Fall: Wie die Entertainment-Gruppe "Seven.One" bestätigte, wurde die Folge am Dienstag (4. Oktober 2022) um 20.15 Uhr auf ProSieben ausgestrahlt. Die Sendung dreht sich um den V-Mann Mario Forster, den "Bandidos" und sechs Beamten des Landeskriminalamts, die sich im Laufe der Geschehnisse schließlich selbst vor Gericht verantworten mussten.

Fränkischer LKA-Spitzel wurde persönlicher Chauffeur des "Bandidos"-Präsidenten

Schon kurz nach seiner Flucht aus der DDR im Jahr 1967 sei Mario Forster auf die schiefe Bahn geraten. Wegen Hehlerei und Körperverletzung saß der heutige Spitzel für drei Jahre in Haft - danach wurde er als V-Person 113 für das bayerische Landeskriminalamt eingesetzt. Schnell schaffte er es, bei der berühmt-berüchtigten Rockerbande "Bandidos" Fuß zu fassen.

Fortan als "Super Mario" bekannt, erhielt der V-Mann demnach alle nötigen Mittel für seine Tarnung. Forster gewann das Vertrauen des Verbrecher-Clans und wurde sogar der persönliche Chauffeur des Präsidenten der "Bandidos". V-Personen ist es offiziell nicht erlaubt, Straftaten zu begehen - um an die "großen Fische" heranzukommen.

Wie ProSieben formuliert, habe er sich jedoch trotzdem an kriminellen Aktivitäten, unter anderem dem Geschäft mit Prostitution und Drogen beteiligt - mit finanzieller Unterstützung des Landeskriminalamts. Wiederholt wurde Forster von seinem V-Mann-Führer vor einer Verhaftung bewahrt, doch die "Bandidos" wurden misstrauisch.

Kulmbacher Anwalt vertrat V-Mann: Kriminalität, Prostitution und Drogen

Als Forster persönlich beim Banden-Chef vorsprechen sollte, bekam der V-Mann "Todesangst". Diesmal hoffte er vergeblich auf die Hilfe seiner Arbeitgeber. Kurz darauf wurde der Spitzel festgenommen. Vertreten von seinem Kulmbacher Anwalt Alexander Schmidtgall enttarnte Forster sich dann selbst als V-Person, jedoch ohne Beweise: Seine Akte stand unter Verschluss.

Jahre später kamen neue Details des Falls ans Licht: Kurz darauf wurden sechs Beamte des Landeskriminalamts am Landgericht Nürnberg angeklagt, unter anderem wegen der Anstiftung zu schweren Straftaten.

Die Beweislast sei erdrückend gewesen, so der Sender - das Urteil beschränkte sich jedoch auf eine Bewährungsstrafe für zwei der Beamten. V-Mann Forster floh daraufhin nach Asien - "Verrätern wird bei den 'Bandidos' nicht verziehen", erklärte er ProSieben.