Wenn der Vorsitzende des Jäger- und Jagdschutzvereins Kulmbach, Peter Müller, gefragt werden würde, dann würde er den Jäger der Zukunft als "Naturschutzfachmann", der sich für die Hege und Pflege der Natur einsetzt, betrachten und gerne auch so dargestellt wissen. Vielleicht bei einer Zinnfigurenausstellung im Jahr 2100, wünschte sich Müller. Trotzdem freute er sich, dass die Zinnfigurensammler - rechtzeitig zum Landesjägertag, der nächste Woche in Kulmbach stattfinden soll, das Thema Jagd aufgegriffen haben.
In der Sonderausstellung "Die Jagd im Leben der Völker" sollen alle Entwicklungsstufen der Jagd gezeigt werden, erklärte Wolfgang Weiß von Klio, der deutschen Gesellschaft der Freunde und Sammler kulturhistorischer Zinnfiguren. Die Darstellungen in Zinn thematisieren die Zeiten, in denen der Mensch Beute-Objekt fleischfressender Raubtiere war.
Die Zeit, als die Menschen die ersten Werkzeuge und Waffen zur Jagd entwickelten, sind ebenso in Dioramen zu sehen wie die Epochen, in denen Jagd nicht mehr nur dem bloßen Überleben diente, sondern in denen es um Trophäen ging. Aber auch die Zukunft ist ein Thema. So zeigt ein Diorama, das auf einer Baumscheibe installiert ist, wie sich die Forscherin Diane Fossey in Ruanda für die Berggorillas engagiert hat.
"Die Dioramen sind nach Epochen und Themen geordnet", erklärte Weiß. Und da Elefanten bei der Jagd in Indien eine wichtige Rolle spielen und spielten, ist den Elefanten eine eigene Sonderausstellung gewidmet. "Es gibt Skurilles und Exotisches, Amüsantes und einfach filigrane Jagdszenen", freute sich Weiß über die vielen Figuren.
Viele passionierte Zinnfigurensammler haben ihre Werke für die Sonderausstellung, die bis Oktober nächsten Jahres zu sehen sein wird, beigesteuert. Die absolute Lieblingsszene des Experten ist eine indische Jagdszene. In dem Diorama wurden Bäume und Tigerfiguren aus Metall nachgeformt und dann bemalt. "Das sind Unikate, das ist etwas ganz besonderes", schwärmte Weiß.
Auch Bürgermeister Frank Wilzok freute sich über die Jagdausstellung in Zinn. "Die Sammler haben viel Herzblut in die Ausstellung gesteckt und viele Stunden geopfert, um sie in einer Woche aufzubauen", so Wilzok. Das Motto passe hervorragend zum Jägertag, der in der nächsten Woche in Kulmbach stattfinden wird. Und interessant sei die Ausstellung auch für Nicht-Jäger.