Am Eifinger Berg soll ein Blühwald entstehen. Im Moment sieht der weitgehend abgeholzte Steilhang zwischen Wirsberg und Neufang noch ziemlich trostlos aus, doch in einem bisher einzigartigen Kooperationsprojekt soll der ehemalige Fichtenforst in einen bunten Wald verwandelt werden.

Für den Markt Wirsberg ist es zugleich das erste Naturschutzprojekt, das mit den Ersatzzahlungen für die Windenergieanlagen umgesetzt wird.

Eifinger Berg soll ein Paradies für Bienen und Insekten werden

Mit beteiligt sind das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Kulmbach. Trotz des jüngsten Schneefalls und der kalten Temperaturen hat die Umsetzung dieser Tage begonnen.

In einigen Jahren soll am Eifinger Berg ein Paradies für Bienen und Insekten entstehen. Wie Bürgermeister Jochen Trier (FW) bei einem Ortstermin feststellte, könnten zudem andere Waldbesitzer auf dieser "Referenzfläche" beobachten, wie eine Esskastanie oder eine Wildbirne auf diesem Boden wächst.

Das Projekt mache Wirsberg auch touristisch interessanter, so Trier. Der Blühwald sei zudem für die Schulen und die Wissenschaft von Vorteil. Für den Bürgermeister ist der Waldumbau schlicht notwendig: "Wenn man sieht, wie sich unser herkömmlicher Wald verabschiedet, dann ist das eine absolut sinnige Geschichte und ein Vorzeigeprojekt." Trier dankte allen, die sich mit einbrachten, und sprach von einem wunderbaren Miteinander.

Für den Forstbeamten Louis Kalikstein war es die erste offizielle Veranstaltung im neuen Amtsbereich: "Wir sind stolz auf diese Zusammenarbeit, die es in dieser Form noch nicht so oft gegeben hat, ein Novum sozusagen, dass die verschiedenen Behörden so eng und so gut zusammenarbeiten. Es soll eine Art Leuchtturmprojekt sein, das als Vorbild für Waldbesitzer in der Region dienen kann."

Kooperation "ausgeheckt"

Kalikstein dankte vor allem seiner Kollegin Anja Mörtlbauer, die die Kooperation mit Kristina Schröter von der Unteren Naturschutzbehörde "ausgeheckt" habe. Schröter freute sich, dass Forst und Naturschutz an einem Strang ziehen: "Es gab keine konträren Meinungen. Alles hat super funktioniert. Es ist immer toll, wenn man nach einer langen Planung am Schreibtisch sieht, dass endlich draußen etwas passiert." Erfreulich sei, dass das Projekt vom Ökologisch-Botanischen Garten der Universität Bayreuth begleitet wird. Dadurch bekomme man verlässliche Hinweise, für welche Insekten oder anderen Tiere das Waldparadies Vorteile bringt. Schröter kündigte noch das Anlegen eines Lehrpfads an, an dem das Konzept und die einzelnen Baumarten aufgezeigt werden.

Auf einer Fläche von gut 11 000 Quadratmetern wird auf gemeindlichem Grund südlich der Kulmbacher Straße in den nächsten Tagen ein vielfältiger Mischwald aus Elsbeeren, Esskastanien, Wildbirnen, Feldahornen und weiteren Baumarten gepflanzt. Der Fichtenwald war aufgrund von Trockenheit und Käferbefall abgestorben und musste eingeschlagen werden.

"Angesichts des Klimawandels, müssen wir verstärkt auf Baumarten zurückgreifen, die mit Trockenheit und Hitze besser zurechtkommen", stellte Anja Mörtlbauer, Leiterin des Forstreviers Stadtsteinach, fest. Für die Försterin ist das Projekt auch wegweisend für Waldbesitzer in der Region. Mittlerweile sei klar, dass der Wald schnell auf den Klimawandel vorbereitet werden muss.

Für Bürgermeister Trier sind die Pflanzungen ein gelungenes Beispiel für die gute Zusammenarbeit der Kommune mit der Forst- und der Naturschutzbehörde. "Für die Umsetzung wurde auf attraktive staatliche Förderprogramme des Forstes und auf Mittel des Naturschutzfonds zurückgegriffen." Auch glaubt er, dass sich Waldbesitzer die Fläche genau anschauen und vielleicht in ihren Beständen ebenfalls auf diese klimatoleranten Baumarten setzen werden.

Artenreichtumg ist wichtig

Dass von den Neupflanzungen auch die Natur profitiert, davon ist Kristina Schröter von der Unteren Naturschutzbehörde überzeugt: "Ein artenreicher Wald mit einem hohen Anteil an blühenden Bäumen ist gerade für die Insektenvielfalt von großer Bedeutung."

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Universität Bayreuth. Gregor Aas, der Leiter des Ökologisch-Botanischen Gartens, steht den Wirsbergern mit Rat und Tat zur Seite steht. "Kooperation kann nicht besser gelingen", so Jochen Trier abschließend.