Zwei Orte aus dem Landkreis Kulmbach sind beim Bezirksentscheid des 27. Wettbewerbes "Unser Dorf hat Zukunft" noch dabei: Reichenbach bei Presseck und Thurnau. Im Töpferort war die Bewertungskommission voll des Lobes.

Bürgermeister Martin Bernreuther empfing die Jury am Rathaus und präsentierte bei Walnussbrot mit Honig und Limoncello-Spritz Hintergrundinformationen. Dann machte sich die Fachjury selbst ein Bild vom Marktflecken. Und nicht nur die kleinen Altstadtgassen stießen auf Begeisterung. Stockmalven in Pastelltönen zogen Insekten an - mitten im historischen Ortskern. Die Blumenkästen wurden von bunten Schmetterlingen umschwirrt.

Leerstände beseitigt

Der Bürgermeister und die Vertreter der Thurnauer Vereine führten die Experten am Skulpturengarten von Michael Sauer vorbei, präsentierten die idyllische Vinothek am Oberen Markt. "Im Innenort haben wir keinen Leerstand mehr", machte Bernreuther klar.

Um zu sehen, was sich hinter den prächtigen Häuserfassaden verbirgt, wurde sogar ein privater Garten geöffnet: mit Gemüse, Südfrüchten und herrlichen Sitzgelegenheiten. Besonders gefielen kleine Details: die Vielfalt, das Nebeneinander von Blumen und Gemüse, hübsche Vogelhäuschen mit Lokalkolorit.

Kulturell bestens aufgestellt

"Im Holzapfel-Garten ist das Klima sehr angenehm", zeigte sich Birgit Wunderatsch begeistert. Doch auch die Töpfereien, der Schlossweiher, der Schlosspark, der teilweise wieder begehbar gemacht werden soll, oder das Töpfermuseum mit der Museumspädagogik gefielen. Und kulturell ist Thurnau ohnehin gut aufgestellt.

Beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" kommt es nicht nur aufs Grün an, sondern auf Gartenkultur, auf Landespflege und auf den Denkmalschutz. Außerdem berücksichtigt die Jury die Arbeit der Kommunalverwaltung, die sozialen Strukturen des Ortes sowie heimatpflegerische Gesichtspunkte.

Hilsangebote für Migranten

Professor Manfred Gareis erläuterte das Europa-Symposium Thurnau, Heike Schwandt präsentierte die vielfältigen Aktivitäten des Töpfermuseums. Nicole Lutz und Günther Schölzky gingen auf die Hilfsangebote für Migranten und sozial benachteiligte Menschen ein und zeigten die Kleiderkammer. Und natürlich besuchte die Fachjury auch Kirche und Schloss.

Zeitgleich nahm eine zweite Jurorengruppe mit dem Kleinbus die Umgebung unter die Lupe - Stationen waren unter anderem das Gewerbegebiet, der Golfplatz sowie das soziale Zentrum mit Tagespflege und Awo-Seniorendorf.

Bogentanz und Blasmusik

Den Höhepunkt hatten sich die Thurnauer für den Schluss aufgespart. Denn vor dem alten Rathausplatz spielte die Musikjugend. Und die Viertklässler tanzten den traditionellen Bogentanz.

Wie das Urteil ausfallen wird, verriet die Jury nicht. In jedem der fünf Bewertungsbereich werden 20 Punkte vergeben. Die Abschlussfeier des Bezirksentscheides findet am Samstag, 16. Juli, um 14 Uhr im Wasserschloss Mitwitz statt.