Es dauerte gerade einmal 37 Minuten, da war die nächste Folge der Krimiserie "Das Dorfhaus in Steinbach" im Kasten: Auf Antrag der CSU-Fraktion hat der Marktleugaster Gemeinderat am Montag beschlossen, für die Feuerwehr Steinbach einen normgerechten Feuerwehrstellplatz zu schaffen, den entsprechenden Zuschussantrag zu stellen und Haushaltsmittel ab 2016 einzuplanen. Und das Dorfgemeinschaftshaus? Der Weg dahin ist damit nicht verbaut.

Die ersten Folgen der Reihe sind schnell zusammengefasst: 2012 die Idee, den notwendigen Stellplatz mit einem Dorfgemeinschaftshaus im Rahmen der Dorferneuerung zu kombinieren. Die Planungen beginnen. Die Gemeinde erwirbt ein Grundstück als Standort und lässt einen Altbau abreißen. Die Kostenhöhe überrascht alle. Die Haushaltskonsolidierung verhindert die Dorferneuerung. Es folgt Sendepause. Bis zum Montag.

Stellplatz ist Pflichtaufgabe

CSU-Fraktionssprecher Daniel Schramm trug den Antrag noch einmal im Wortlaut vor. Die Argumente: Der Plan, den Stellplatz mit der Dorferneuerung zu verbinden, lasse sich der Haushaltskonsolidierung wegen mittelfristig nicht durchsetzen; dennoch sei der Stellplatz dringend und als Pflichtaufgabe anzusehen. Deshalb scheine die Trennung der Projekte sinnvoll. Weitere Hinweise der CSU: Zur Beschaffung des Tragkraftspritzenfahrzeugs wurde staatliche Förderung unter der Maßgabe gewährt, dass ein normgerechter Stellplatz vorhanden ist. Und: Die staatliche Förderung von Stellplätzen wurde zum 1. März um 20 Prozent erhöht.

Deshalb der Antrag der CSU: die benötigten Mittel ab 2016 in den Haushalt einplanen und mit Regierung, Feuerwehrführungskräften und Feuerwehr Steinbach Kontakt aufnehmen. Ziel sei eine Planung, die den Bedürfnissen der Feuerwehr Steinbach gerecht wird und die angespannte Finanzlage des Marktes berücksichtigt.

"Schaufensterantrag"

FW-Fraktionssprecher Michael Schramm hatte Diskrepanzen in Schreiben von Bürgermeister Franz Uome (CSU) und der CSU hinsichtlich der Trennbarkeit von Stellplatz und Dorfhaus ausgemacht und sprach zunächst von einem Schaufensterantrag. Die Freie Wähler seien der Meinung, dass das Dorfgemeinschaftshaus gestorben ist, wenn es nicht im Antrag integriert werde.

Anders die Wählergemeinschaft Marktleugast (WGM), die laut Georges Frisque dem Antrag positiv gegenübersteht. "Das wäre ein erster Schritt und ist eine Pflichtaufgabe", sagte er und sprach sich wie Fraktionskollege Norbert Volk sogar dafür aus, Haushaltsmittel des Jahres 2015 umzuwidmen.

Behalten Dorfhaus im Auge

Clemens Friedrich von der Hohenberger Bürgergemeinschaft (HBG) bewertete die Situation ähnlich. "Anbauen kann man immer noch. Wir werden das Dorfgemeinschaftshaus im Auge behalten." Hinsichtlich der Versicherungsfragen sei die Gemeinde aber bei einem normgerechten Stellplatz in der Pflicht.

"Wenn wir Dorfhaus und Stellplatz gemeinsam machen wollen, dann ist das auf Jahre gestorben", ergänzte Daniel Schramm und verwies auf Nachfrage von Matthias Schramm (Freie Wählergemeinschaft Neuensorg) auf die Notwendigkeit, die Planungen eng mit den Steinbachern abzustimmen. Michael Schramm möchte auch den Arbeitskreis Dorferneuerung Steinbach einbezogen wissen.

Einstimmig beschlossen

Stellvertretender Bürgermeister Reiner Meisel (FW) verwies auf die Ansicht der Steinbacher, die Projekte sollten gemeinsam angepackt werden. "Wenn wir weiter warten, ist den Steinbachern nicht geholfen. Wir verbauen uns ja damit nichts", entgegnete Bürgermeister Franz Uome.

Auch Klaus Witzgall (CSU) betonte nachdrücklich, dass sein Ja zum CSU-Antrag nicht die Ablehnung des Dorfhauses bedeute.

Die Zustimmung zum CSU-Antrag fiel am Montag nach 37-minütiger Diskussion einstimmig aus.

Nächste Folge des Steinbacher Dorfhaus-Krimis: die Planung. Feuerwehrvorsitzender Hans Pezold äußerte sich nach der Sitzung jedenfalls enttäuscht über die Entwicklung der Gesamtsituation. Seine eindringliche Bitte: "Nehmt uns Steinbacher bei dem Projekt mit."