Es war kein versuchter Mord, für den die Frau verurteilt wurde, sondern ein vorsätzlicher Vollrausch. Dieser hatte dazu geführt, dass die 22-jährige Mutter am frühen Morgen des 8. Januar 2017 in ihrer Wohnung in Untersteinach auf einen schlafenden gleichaltrigen Bekannten mit einem größeren Küchenmesser zehnmal eingestochen hat.

Der Mann erlitt zahlreiche Stichverletzungen in der Brust, im Bauch sowie an den Armen und Beinen. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Bayreuth war deshalb von einem unbedingten Vernichtungswillen die Rede, die Anklage hatte auf versuchten Mord gelautet.

Ein Sachverständiger bezeichnete die Verletzungen als gefährlich, aber nicht lebensgefährlich.

In der Schlussverhandlung am Freitag plädierten daraufhin sowohl der Vertreter der Staatsanwaltschaft als auch Verteidiger Karsten Schieseck für einen vorsätzlichen Vollrausch.

Vorsätzlicher Vollrausch

Für den wurde die Frau auch verurteilt. Das Landgericht unter Vorsitz von Richter Michael Eckstein sprach eine Haftstrafe von vier Jahren aussprach und ordnete wegen der Alkohol- und Drogenprobleme der Frau die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Hintergrund der Tat war, dass die Angeklagte "stinksauer" war, weil ein Date mit ihrer großen Liebe scheiterte.

Die Angeklagte hat auch die Kosten des Verfahrens zu tragen.