Das ehemalige Gasthaus Hupfer und das umliegende Areal könnten, falls die Ködnitzer es möchten, zum neuen Dorfmittelpunkt werden. Bürgermeister Stephan Heckel-Michel präsentierte bei der Bürgerversammlung erste Ideen und Visualisierungen. "Ich zeige jetzt hier mal die XXL-Lösung. Es gibt noch keine präzise Projektplanung", schickte Heckel-Michel voraus.

Tatsächlich sehen die ersten Planungsideen folgendes vor: Das in die Jahre gekommene Mietshaus und das ehemalige und jetzt nicht mehr genutzte Wirtshaus sollen abgerissen werden. Auf diesem Areal sollen Parkplätze und eine Grünfläche entstehen. Der Hupfersaal allerdings solle zum Zentrum der Investition werden. Da der Saal nicht mit sanitären Einrichtungen und Funktionsräumen ausgestattet ist, könnten möglicherweise in Form von funktioniellen Flachbauten an den bestehenden Saal Funktionsräume, eine kleine Küche, Lager, Sanitärräume angebaut werden.

Außerdem sehen die ersten Ideen vor, dass bei den jetzigen Garagen eine Dorf-Lagerscheune errichtet werden könnte. "Ich weiß, dass diese erste Idee keine kleine Geschichte wird. De Kosten für eine solche Version - ich nenne sie XXL-Version - liegen bei 1,7 bis 1,8 Millionen Euro. Aber wir bekommen 90 Prozent Fördermittel. Bei der Gemeinde bleibt ein Anteil von ungefähr 250 000 Euro", skizzierte der Ködnitzer Bürgermeister.

"Ich möchte hier von der Bürgerversammlung Ideen und Stimmungen mitnehmen. Denn eins muss klar sein: Wir können nicht einen alten Leerstand mit einem neuen Leerstand beseitigen. Und wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass der Unterhalt eines solches Geländes auch Geld kostet", sagte Heckel-Michel.

Tatsächlich interessierten sich die Ködnitzer sehr für die Planungen. "Wir lieben diesen Saal. Das, was wir hier sehen, gefällt uns sehr gut. Der Saal hat ein besonderes Flair und wir hätten ein sehr großes Interesse, diesen Saal auch zukünftig wieder zu nutzen", sagte Cosima Asen stellvertretend für die Schauspielgruppe "Die Buschklopfer". Auch in der Vergangenheit gab es regelmäßig Vorführungen der Buschklopfer im Hupfersaal.

"Wir könnten diesen Saal aber auch als Seniorentreff, für Tagungen des Bauernverbandes, für Sitzungen der Feldgeschworenen, für die Dorfgemeinschaft und solche DInge nutzen", betonte Bürgermeister Stephan Heckel-Michel. "Wir haben jetzt die Chance, etwas zu machen, weil wir einen hohen Anteil an Förderung aus der Förderoffensive Nordbayern bekommen. Wenn wir die Gelegenheit nicht nutzen, dann bekommen wir so eine Chance sicher nicht wieder", machte Heckel-Michel klar.

"Es gibt so viele Möglichkeiten, was man mit dem Areal machen kann", zeigte sich auch Christine Pöhlmann begeistert. Gemeinderat Willy Kolb betonte, dass er sich "keine Gedanken mache, dass die Nutzung schiefgehen könne oder dass es keine Nutzung geben könnte. "Das ist eine einmalige Gelegenheit. Aber die Jugend muss auch dahinter stehen", sagte Kolb.

"Wenn ich die Planungen so sehe, kann ich nur sagen wunderbar, herrlich, super", erklärte Wolfgang Teufel. Besonders gefiel ihm die Idee, einen Dorfmittelpunkt zu schaffen. Teufel allerdings äußerste auch Bedenken wegen der Unterhaltskosten, die die Schaffung des Saales mit sich bringen würde. "Wir brauchen auf jeden Fall ein Nutzungskonzept. die Gemeinde kann nicht alles alleine machen", konstatierte auch Gemeinderat Bernd Müller.

"Das Hupferanwesen ist ein Schandfleck mitten im Ort. Die Wohnungen stehen schon länger leer. Den Platz zeitgemäß herzurichten, wäre gut. Das braucht Ködnitz", findet Sandra Bassing.

"Es ist doch nicht die Frage, ob wir einen Umbau wollen. Die Koordination ist wichtig", sagte Sabine Beschnitt-Knarr.

Alt-Bürgermeister Hans Nützel gab zu bedenken, dass die Organisation um die Saalnutzung nicht allein auf die Gemeinde abgewälzt werden könnten.

Günther Wild bat, doch noch einmal zu prüfen, ob auch eine Nutzung als vermietbare Wohnungen möglich sei. Der Umbau sei finanziell nicht zu schultern, erklärte Bürgermeister Stephan Heckel-Michel. Auch diese Möglichkeit sei schon in Erwägung gezogen worden. Die Förderquote bei einer solchen Nutzung würde nur 30 Prozent betragen. "Auch die Regierung von Oberfranken hat uns bestätigt, dass sol ein Projekt nicht zu machen wäre", so Heckel-Michel.

FW-Gemeinderat Reinhard Kortschak schloss die Diskussion mit folgenden Worten ab: "Wenn jemand gegen den Umbau ist, verstehe ich die Welt nicht mehr."

Bürgermeister Stephan Heckel-Michel setzte sich nach den offiziellen Wortmeldungen an alle Tische im Sportheim, suchte das persönliche Gespräch mit den Ködnitzern, um die Stimmungslage zu ergründen. Bei der nächsten Gemeinderatssitzung soll der weitere Fortgang der Umbaupläne besprochen werden.

Im Dezember stehen weitere Gespräche mit dem Amt für ländliche Entwicklung und mit allen Vereinen an. Bei dieser Gelegenheit solle auch über Verantwortlichkeiten und über Organisatorisches gesprochen werden, betonte der Ködnitzer Bürgermeister.