Sie haben weiterhin die Befürchtung, dass sich in naher Zukunft Rotoren in unmittelbarer Nähe zu ihren Wohnhäusern drehen: Bürger aus der Stadt Hollfeld, die verhindern wollen, dass auf einer Vorbehaltsfläche bei Krögelstein Windräder errichtet werden. Nachdem ein erstes Bürgerbegehren 2014 gescheitert war, wurde jetzt ein zweites eingereicht, mit dem der Stadtrat aufgefordert wird zu beschließen, dass die 10-H-Regelung in Hollfeld eingehalten wird. Diese gilt zwar seit dem vergangenen Jahr bayernweit, doch können sie Kommunen im Rahmen der Bauleitplanung umgehen und Ausnahmen beschließen.

Viele Landkreise wären betroffen

Die 10-H-Regelung sieht für 200 Meter hohe Windräder einen Mindestabstand von zwei Kilometern zur Wohnbebauung vor.
"Wir wollen, dass der Stadtrat dem Beispiel benachbarter Kommunen folgt", sagt Mitinitia tor Wolfgang Schimmel aus Krögelstein und verweist darauf, dass nicht nur der Hollfelder Stadtteil, sondern auch Feulersdorf (Wonsees), die Orte Fesselsdorf und Buckendorf (Stadt Weismain) sowie Eichenhüll (Gemeinde Stadelhofen) in der Zwei-Kilometer-Zone liegen würden. Die Stadt Weismain habe sich ebenso wie Wonsees und Stadelhofen bereits für die 10-H-Regelung ausgesprochen.

713 Unterschriften

Schimmel und seine Mitstreiter von der Initiative "Gegenwind Hollfeld" haben über 713 Unterschriften gesammelt und damit die Zehn-Prozent-Hürde locker geknackt, die bei rund 4300 Wahlberechtigten bei 430 Unterschriften liegt. "80 Prozent der Krögelsteiner haben sich für die 10-H-Regelung ausgesprochen und damit deutlich gemacht, dass sie keine Windräder wollen", sagt Schimmel.

Das sagen die Wonseeser

Auch viele Wonseeser Bürger unterstützen die Hollfelder Bürgerinitiative. So macht Jürgen Klüpfel deutlich, dass die 10-H-Regelung nicht an einer Gemeindegrenze Halt machen dürfe. Er wünscht sich, dass auch Hollfeld die Einführung der Mindest abstandsregelung beschließt, und fordert beim Kampf gegen die Windparkpläne auch die Unterstützung des Marktes Wonsees und des Kulmbacher Landrats Klaus Peter Söllner ein. Sollte Hollfeld den Windpark vorantreiben, werde man die Einleitung weiterer rechtlicher Schritte prüfen, erklärt der Wonseeser Bürgermeister Andreas Pöhner (CSU). Pöhner will Windräder, die bis zu 900 Meter an den Wonseeser Ortsteil Feulersdorf heranrücken könnten, verhindern.

Barwisch ist überrascht

Wie der Hollfelder Verwaltungsleiter Günther Bienfang mitteilt, wird das Bürgerbegehren nun zusammen mit dem Landratsamt Bayreuth überprüft. "In den nächsten vier Wochen wird es dem Stadtrat vorgelegt", sagt Bienfang. Er verweist darauf, dass es seit 2012 den Grundsatzbeschluss des Gremiums gibt, auf der Fläche bei Krögelstein den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Bebauungsplan aufzustellen.

Flächennutzungsplan wird geändert

Dass man derzeit dabei sei, den Flächennutzungsplan zu ändern, stellt Bürgermeisterin Karin Barwisch fest. Nach dem Bürgerentscheid habe sich der Stadtrat klar dafür ausgesprochen, das Windpark-Projekt weiter zu verfolgen. "Ich stehe ja auch persönlich dahinter. Wenn ich demokratisch überstimmt werde, würde ich es aber natürlich akzeptieren", sagt das Stadtoberhaupt, das darüber verwundert ist, dass die Bürgerinitiative ein erneutes Bürgerbegehren eingereicht hat.

Schimmel: Stadtrat in der Pflicht

Wolfgang Schimmel hofft, dass die Stadt Hollfeld einlenkt und der Durchführung eines zweiten, kostspieligen Bürgerentscheids zuvorkommt. Dafür müsse der Stadtrat nur vorab einen Beschluss fassen und die 10-H-Regelung beschließen. "Dann hätten wir unser Ziel erreicht, und das Bürgerbegehren wäre hinfällig."