Irgendwann im Laufe des Wochenendes ist mir der Sommer abhanden gekommen.

Zwar war es schon in den letzten Wochen morgens auf dem Fahrrad mit Handschuhen angenehmer als ohne, und abends auf der Gartenbank war eine Jacke auch ganz hilfreich. Aber immerhin: Am Samstag reichte beim Spazierengehen ein Shirt mit kurzen Ärmeln, und den Cappuccino am Nachmittag gab's bei sommerlichen Temperaturen auf der Terrasse eines Lokals an einem See.

Am Sonntagmorgen holte ich dann den leichten Mantel aus dem Schrank. In der Tasche steckte ein Liedzettel vom Ostergottesdienst. So lang hatte ich also den Mantel nicht mehr gebraucht! Der Sommer war heiß und dauerte gefühlt eine Ewigkeit. Unvorstellbar, dass es plötzlich kalt sein könnte, stürmisch und regnerisch. Dunkel beim Aufstehen am Morgen, dunkel, wenn im Büro Feierabend ist. Wie lange? Wochen, Monate vielleicht...

Aber es gibt Hoffnung in diesen dunklen Tagen. Im Wartezimmer einer Arztpraxis habe ich dieser Tage eine Zeitschrift entdeckt, die nicht ganz neu war. Uralt, um genau zu sein. Vom 9. April 2018. Aber was da auf dem Titel stand, klang vielversprechend: "Bald ist wieder Rhabarber-Zeit!"