Den Wecker braucht Günther Stenglein eigentlich nicht. "Normalerweise bin ich schon vor 4.25 Uhr munter." Der Bürgermeister-Kandidat der Freien Wähler ist "ein klassischer Frühaufsteher", wie der Chef der Zimmerei Stenglein in Schmeilsdorf und von Eber-Bedachungen in Kulmbach über sich selbst sagt.



Um kurz nach 6 Uhr macht er seine Runde durch Büro und Betrieb, trifft sich mit den Handwerkern in der Halle und anschließend im Büro. Der regelmäßige Austausch mit seinen Mitarbeitern liegt ihm besonders am Herzen: "Informationen sind sehr wichtig." Neuigkeiten, Pläne, Zielsetzungen werden besprochen, nichts soll unter den Tisch fallen - angefangen von der kleinen Dachreparatur bis zur Großbaustelle.


Organisation ist wichtig

Leerlauf kennt Günther Stenglein nicht. Termine mit Kunden, Lieferanten, Architekten, auf Baustellen und in Büros bestimmen seinen Tag. Hinzu kommt sein Engagement als Obermeister der Zimmererinnung ("Es ist eine Ehre, bei Leistungswettbewerben dem erfolgreichen Nachwuchs gratulieren zu können") sowie als Gemeinde- und Kreisrat, als Mitglied in mehreren Vereinen. Zu viel wird ihm das aber nicht: "Für mich ist der Kontakt mit den Menschen wichtig."

Dass ihm trotz Terminflut genug Zeit für die Familie bleibt, sei einer vorausschauenden Planung zu verdanken. "Wir sind gut organisiert." Das Frühstück mit Ehefrau Birgit, mit der der 57-Jährige seit 1984 verheiratet ist, ist in der Tagesplanung fest verankert.

Stolz ist Stenglein auf seine beiden erwachsenen Söhne Thomas und Andreas. Letzterer steht als sein Nachfolger im Betrieb schon in den Startlöchern. Vom Miteinander der Generationen profitiert jeder - auch im Wahlkampf. Dank der Söhne werden die modernen Kommunikationsmedien genutzt. So ist er auf Facebook vertreten und nutzt Whatsapp.

Für den bevorstehenden Wahlkampf setzt der Bewerber der Freien Wähler vor allem auf das Gespräch mit den Wählern in den 42 Ortsteilen der zweitgrößten Gemeinde im Landkreis nach der Stadt Kulmbach. Auf viele Wahl-Werbegeschenke will er bewusst verzichten. "Kaufen lässt sich ohnehin keiner", sagt Stenglein.

Vielmehr will er "Präsenz zeigen, ein Ohr für die Bürger haben und dort weiterhelfen, wo ich kann". Und er will die Vorzüge der Kommune ins rechte Licht rücken: "Viele wissen gar nicht, was für Firmen wir hier haben, welches gigantische Potenzial es gibt. Wir haben Unternehmen, die weltweit agieren."

Selbst ein Unternehmer, ist der Schmeilsdorfer gewohnt, Entscheidungen zu treffen und inzwischen etwas über 40 Mitarbeiter zu führen. Ein Umstand, der ihm auch als Bürgermeister entgegenkommt, ist er überzeugt. "Wir sind eine Gemeinde mit 42 individuellen Ortsteilen - und bilden zugleich einen starken Markt mit dem Charme der einzelnen Dörfer." Gemeinsamkeit liegt Stenglein am Herzen.

Mit seinen beiden Firmen konzentriert er sich vor allem auf die Region. Und das soll auch so bleiben. Sein Netzwerk, das er sich im Beruf geschaffen hat, werde er auch als Bürgermeister nutzen können, ist er überzeugt.

In seiner Freizeit entspannt er gerne bei Spaziergängen.