Ein großes Stück Grün - eine Welt voller Möglichkeiten. So hat das Projekt Traumgarten AG begonnen, eine Serie der Bayerischen Rundschau von, für und mit Gartenfans, die sich ihren Traum vom grünen Paradies verwirklichen wollen oder dieses Ziel schon erreicht haben.

Ich selbst hatte beim Start viele Ideen und Wünsche, jedoch ein recht übersichtliches finanzielles Budget. Unter diesen Umständen war von Anfang an klar: Wir machen möglichst viel selbst, verwenden Materialien, die wenig oder gar nichts kosten, ziehen Blumen und Sträucher aus Samen, Stecklingen und geschenkten Ablegern.

Wir haben grobe Strukturen festgelegt und dann Schritt für Schritt die Einzelprojekte in Angriff genommen.
Mit dieser Strategie sind wir in den vergangenen zwei Jahren recht weit gekommen: Wir haben Hochbeete, in denen Gemüse wächst, eine Kräuterschnecke mit Wasserstelle, einen Teich, einen lebenden Zaun aus Weide und ein paar schöne Terrassen.


Lehrstunden im Biotop


Jetzt geht's an die Details, und da kann ich guten Rat vom Profi gebrauchen. Wer könnte mir den besser geben als unser Gartenexperte Jupp Schröder? Nach ein paar Lehrstunden auf seinen Acker- und Biotop-Grundstücken rund um Staffelstein, habe ich ihn zu uns nach Kulmbach eingeladen und von ihm gelernt, wie ich meine jungen Obstbäume von Anfang an richtig schneide, wie meine Gemüsepflanzen besseren Ertrag bringen und wie ich gefräßige Schädlinge in Schach halte.

Jupp Schröder ist ebenso wie ich ein Verfechter biologischen Gärtnerns ohne chemische Keule. Lektion Nummer eins beim Rundgang durch meinen Garten: Wildkrautbekämpfung in den Beeten funktioniert mit ganz wenig Arbeit! Alles, was ich dafür brauche, ist eine leichte, scharfe Hacke. Jupp Schröder demonstriert mir in meinem Kartoffelbeet, wie's geht. Statt Wildkräuter mühsam auszurupfen, hackt der geübte Gärtner den Boden oberflächlich leicht durch: "Das Unkraut muss bekämpft werden, bevor es zu sehen ist." Schröder tut das deshalb häufig, aber ganz entspannt im Stehen, ohne Knie und Rücken zu belasten. Ein paar Minuten - fertig.

Was hilft noch gegen Unkraut? Mulchen - am besten mit dem beim Rasenmähen anfallenden Grasschnitt. Das beugt zudem dem Austrocknen des Bodens vor.

Jupp Schröder empfiehlt das Mulchen auch für die Baumscheiben meiner jungen Obstbäume. "Der Boden bleibt dadurch kühler und feuchter. Außerdem erfolgt durch das Mulchen mit Gras oder Rasenschnitt eine Düngung. Das Bodenleben wird mit organischem Futter versorgt und Nährstoffe werden freigesetzt." Aber Vorsicht: "Die Mulchschicht darf nicht zu dick sein, damit das Gras nicht fault, und der Stamm selbst muss frei bleiben!"

Mit vielen Gartenthemen kenne ich mich inzwischen recht gut aus, doch ans Schneiden der Obstbäume traue ich mich alleine nicht heran. An unserem jungen Kirschbaum zeigt mir Jupp Schröder, wie es richtig gemacht wird. Das Bäumchen hat zu viele Äste an den falschen Stellen. Unser Experte setzt die Schere an und nach zwei Minuten ist die Hälfte davon weg!


Plädoyer für den Sommerschnitt


Der Eingriff sieht auf den ersten Blick ein wenig radikal aus, aber das Ergebnis überzeugt mich: Übrig sind ein schlanker gerade Stamm und eine lockere, schön geformte Krone. Nach diesem Vorbild mache ich jetzt weiter und werde dabei auch den folgenden Tipp beachten: Äste immer glatt und sauber am Astring abschneiden .
Schneidet man die Obstbäume nicht im zeitigen Frühjahr? Eine weit verbreitete Ansicht, aber Jupp Schröder plädiert für den Sommerschnitt - mit einleuchtender Begründung: Die Schnittwunden heilen jetzt viel schneller, Krankheitserreger haben es schwerer, sich festzusetzen."

Wasser im Garten ist schön und gehört auch in der Traumgarten AG zum Konzept. Mein Teich ist nicht tief genug für Fische, aber trotzdem geht es hier sehr lebendig zu: Frösche, Kröten, Libellen und viele Vögel mögen den Platz. Meine Waffe gegen einen müffelnden Algenteppich: Schnecken und Sauerstoff produzierende Pflanzen. Es hat ein paar Monate gedauert, bis sich ein perfektes Gleichgewicht eingestellt hat, aber jetzt hält sich das Gewässer selbst sauber. Dafür gibt's einmal Daumen hoch vom Experten.


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