Susanne Klippstein hetzt von der Küche in den Vorratsraum. "Die Chaoskönigin wird wieder nervös", kommentiert Promiköchin Maria Groß aus Erfurt die Szene. Am Ende des Halbfinales wird die Weismainerin, die als Produktentwicklerin bei der Kulmbacher Firma Raps arbeitet, es wieder allen zeigen, dass in ihr das Zeug zur Finalistin steckt.

Drei-Sterne-Koch Jan Hartwig vom "Atelier" in München schwärmt: "Das Fleisch ist zart und saftig." Für ihn ist der Löffel mit Maishähnchen, Hühnerhaut, Baiser, Curry-Gelee, Holunderblüte und Koriander der visuell schönste. Für die Oberfränkin ist er die Eintrittskarte ins Finale der SAT-1-Fernsehkochshow "The Taste", das am Mittwoch ab 20.15 Uhr zu sehen ist.

In drei von neun Folgen musste Klippstein ins Entscheidungskochen, und am Ende hatte sie immer die Nase vorn. Wie wird man von der Chaosköchin zur Finalistin? "Auch wenn es mal chaotisch zuging, habe ich immer viel Energie und Herzblut in meine Kreationen hineingesteckt, was mir am Ende ein Weiterkommen ermöglichte", antwortet die 31-jährige Hobbyköchin. Mit jeder Sendung seien die Zutaten immer unbekannter geworden und die Erwartungshaltung der Juroren gestiegen. Das weckte in Klippstein den Ehrgeiz, es den prominenten Gourmet-Profis zu zeigen.

Dabei musste aber auch dem enormen Druck standgehalten werden. "Während andere Kandidaten fluchten, rollten bei mir ein paar Tränen", gibt die frischgebackene Finalistin zu. Aber auch das Quäntchen Glück gehört dazu, denn so Klippstein: "Schließlich ist bei einer Kochshow am Ende alles Geschmackssache".

In insgesamt neun Folgen war die Weismainerin bislang zu sehen. Wird sie inzwischen schon auf der Straße angesprochen? Bei der Post, beim Einkaufen oder neulich beim Essen in München sei sie schon erkannt worden. Seit der ersten Sendung - zuvor war Stillschweigen angesagt - fiebern Freude, Bekannte und Arbeitskollegen mit ihr mit. Eine Sendung anzusehen, sei für sie wahnsinnig spannend und aufregend. "Bei der Aufzeichnung im Studio stand man unter Strom und war mit sich selbst beschäftigt. Jetzt kann man sich entspannt und in aller Ruhe den Zusammenschnitt anschauen."

Das Frühstück im Hotel, die Abende im Biergarten, der Bummel durch München, die Zeit im Studio - all das schweißte die Kandidaten zusammen und führte zu so mancher Freundschaft, wie der zwischen Susanne und Madeline aus Sachsen. "Der schönste Moment in der Sendung war für mich jener, als mir Madeline zum Einzug ins Finale mit einer Umarmung gratulierte. Das zeugt von Größe und Verbundenheit, denn zu diesem Zeitpunkt wusste sie noch nicht, wie es um ihr Weiterkommen bestellt war", schwelgt Klippstein in Erinnerungen.

Am Mittwochabend wird sie nicht nur das Finale schauen, sondern auch die anderen Kandidaten wiedersehen. Alexander Herrmann, der in der TV-Show als Juror mitwirkte, wird ebenfalls anwesend sein. "In Herrmanns Posthotel in Wirsberg findet eine private Wiedersehensfeier statt. Er wird uns kulinarisch verwöhnen, und anschließend verfolgen wir alle, wer 2019 Deutschlands bester Koch oder Köchin wird", verrät Susanne Klippstein. Ob sie am Ende als Henne im Männerkorb als Siegerin von der Fernsehbühne geht, bleibt noch ihr wohlgehütetes Geheimnis.