Es war beim Zeungner Schlappenfasching gefühlt 40 Grad heißer als draußen. Die Stimmung im brechend vollen Landjugendheim war am Kochen - die 30 Akteure boten dem Publikum viereinhalb Stunden lang lustige, sportliche und skurrile Unterhaltung.

So trafen sich zwei "Damen mit Hut" auf der Bühne: Emely Hildner und Maya Hempfling. Beide mimten treffsicher zwei ältliche Damen - etwas wacklig schon und vergesslich, aber trotz einiger Zipperlein noch gut drauf. Denn "a Schnapserl aus dem Röhrchen im Krückstock", das ging immer noch. Auf Männersuche waren zwei weitere Damen: Viola Hildner und Alexandra Gleich, die mit ihrem Caféhaus-Besuch glänzten.


Die "Damen mit Hut"

Eines wurde wieder deutlich: Die Unterzaubacher haben kein Nachwuchsprobleme. Zusammen mit den "Damen mit Hut" zeigten Jonas Baumer und Fin Hempfling ein Kinderballett. Und noch ein Nachwuchsballett bieten die Zeungner mit Jana Hildner, Carina Schüßler, Julian Heinz, Laura Kummer, Harald Hildner und Lukas Hempfling. Außerdem sorgten zwei Tanzgruppen für Glanzpunkte: die "Grazilen Gazellen" als Matrosinnen und die Männer mit der Macho-Rocker-Nummer. Neu dabei war Heiko Tautermann.

Am lautesten wurde das Publikum beim Berufe-Tanzen. Dabei führten sechs Narren (Harald und Lukas Hempfling, Jana Hildner, Carina Schüßler, Laura Kummer und Franz Ott) in typischen, aber weit ausladenden Bewegungen ihren Job vor - stets mit der Gefahr, dass der Danebenstehende eine flache Hand ins Gesicht bekommt. Mit von der Partie war Franz Ott als Ballerina, der sich in seinen Frauenrollen von Jahr zu Jahr an Eleganz, Anmut und Grazie selbst übertrifft.


Artgerechte Haltung?

Der Schlappenfasching bot einiges für Intellektuelle. Mit "kritisch zeitgenössischer Fragestellung" wollte sich in einem Dorfwirtshaus ein Gast (Peter Lauterbach) zunächst der artgerechten Haltung eines von ihm möglicherweise bestellten Backhendels vergewissern, nachdem man seinem Wunsch nach einem veganen Mahl in dem ländlichen Gourmet-Tempel nicht nachgekommen war. Die Bedienung (Kristin Kampe) sah sich mit den Fragen überfordert und rief den Koch (Jonas Gleich), der, von den Fragen genervt, den Gast rausschmiss mit dem Tipp, dass er doch das "Gros" aus dem "aus dem Blummakastn fressen" soll.

Darüber, dass man von 70 Lebensjahren 23 schläft und statistisch gesehen - nach Bad, WC und Katze versorgen - eigentlich schon vor dem Frühstück "die 70 Jahre schon rum hat", belehrte Horst Kampe das Publikum. Von ihrer Karriere als XXXL-Mannequin bei Karl Lagerfeld berichtete Alexandra Gleich, die auf ihrer Heimreise aus Paris beim Fasching Station machte.


Der Feuerwehr-Streit

Theatralisch geht es zu bei zwei Stücken aus dem wirklichen Leben: Als die Empfangsdame in einer Arztpraxis die Krankengeschichten der Patienten im Wartezimmer herumposaunte. Und als die Feuerwehrtruppe nach drei Wochen Lehrgang einen Streik ausrief - bis die Brauerei brannte, die man dann doch nicht untergehen lassen wollte. Denn, da war man sich einig: Am besten löscht man mit Bier, das aus den Löschelementen Wasser, Schaum und CO2 besteht.

Für die Musik sorgte Ralf Marlock, durch das Programm führten Horst Kampe und Jonas Gleich sowie Schlappen-Chefin Lisa Baumgärtner, die an dem Abend zufrieden feststellte, dass sich der Schlappenfasching bis e von einer Schnapsidee zu einer Kultveranstaltung gemausert hat.

Am kommenden Freitag und Samstag gibt es noch zwei weitere Veranstaltungen. Dann ist der Fasching in Unterzaubach auch schon wieder vorbei.