Eine Kunsteisbahn, ein Adventure-Minigolfplatz, eine Boulder- und Spielhalle sowie Ferienappartements auf einer 6000 Quadratmeter großen Fläche in Thurnau? Was sich nach einer verrückten Idee anhört, wird Wirklichkeit. Dieter und Robert Weiss, die schon das Café und Appartementhaus "Moments" am Schlossweiher betreiben, errichten in der Berndorfer Straße unweit der Autobahn einen Fun- und Relaxpark, der eine Attraktion werden und nicht nur Besucher aus der Region locken soll, wie Dieter Weiss im Interview erläutert.

Herr Weiss, der Bauantrag wird am heutigen Montag in der Sitzung des Gemeinderats behandelt. Wie sind Sie und Ihr Bruder überhaupt auf die Idee gekommen, einen solchen Freizeitpark zu errichten, der mit einer Fläche von 6000 Quadratmetern ja doch eine beachtliche Größe hat?

Wir wollten Familien ein Freizeitangebot unterbreiten, das es in der Form in der Region bis dato nicht gibt und das etwas Besonderes ist. Der Standort unweit der Autobahn ist nicht nur wegen der guten Verkehrsanbindung genial. Die Lage ist auch top, weil sich der Fußballplatz und das Schwimmbad in unmittelbarer Nähe befinden und unser Angebot ergänzen.

Nicht wenige, die die Baustelle jetzt sehen, fragen sich, was dort alles gebaut wird. Was entsteht konkret?

Wir errichten eine Minigolfanlage, die keine herkömmliche mit einem Beton-Untergrund wird. Es wird ein Abenteuer-Golfplatz, der in die Natur eingebettet wird. Man wird an Felsen vorbei und über Wasser spielen - und das auf einem hochwertigen Kunstrasen, der schon jetzt verlegt wird. Weitere Attraktion sind eine Kunsteisbahn sowie eine Boulder- und Spielhalle. Es wird eine Halle, in der man ohne Ausrüstung klettern kann und keine allzuhohen Schwierigkeitsgrade meistern muss. Es soll ein Klettern für Jedermann werden. Die maximale Höhe liegt bei 3,5 Metern. Wer runterfällt, landet auf weichen Matten. Um das Angebot abzurunden, planen wir auch einen ansprechender Gastronomiebereich.

Wie groß wird die Kunsteisbahn?

Die Eisbahn wird mit einer Bande versehen und 750 Quadratmeter groß. Eislaufen kann man dort ab Oktober bis ins Frühjahr hinein. Abends natürlich unter Flutlicht. Im Sommer kann die Anlage anderweitig etwa als Soccer-Court genutzt werden. Wir installieren eine Wärmepumpe und werden mit der Energie, die wir mit der Eisbahn gewinnen, die anderen Gebäude mit Wärme versorgen.

Teile der Minigolfanlage sind schon fertiggestellt. Ab wann kann man dort spielen?

Wir rechnen damit, dass man frühestens im Mai Minigolf spielen kann. Sobald wir alle Baugenehmigungen haben, legen wir richtig los. Unser Ziel ist es, dass der gesamte Park 2022 in Betrieb geht. Bis auf die Übernachtungsmöglichkeiten, die wohl erst im Jahr darauf entstehen.

Das Areal befindet sich direkt an der Autobahn, soll auch Besucher aus anderen Regionen locken, die dort übernachten können. Container-Appartements entstehen. Wie kann man sich darunter vorstellen?

Wir werden Seecontainer aufstellen, die wir aufpeppen werden. Wer uns kennt, der weiß, dass es etwas Besonderes wird. Auf 27 Quadratmetern Fläche werden neben einem Doppelbett und einer Küche auch Sanitäranlagen installiert. Wir werden anfangs sechs solcher Container aufstellen, behalten uns aber eine Erweiterung auf neun vor.

Wie viele Geld investieren Sie in die Anlage?

Die Kosten liegen bei fast zwei Millionen Euro.

Der Freizeitspaß ist nicht umsonst. Wie hoch wird der Eintritt sein?

Wir wollen am Eingang keinen kompletten Eintrittspreis verlangen. Wer im Park ist, wird nur für die Attraktionen zahlen, die er tatsächlich nutzt. Was wir an Eintritt verlangen werden, wissen wir aktuell noch nicht.

Corona hat viele Freizeitaktivitäten ausgebremst. Haben Sie in der Planungsphase manchmal mit dem Gedanken gespielt, das Projekt zu stoppen?

Nein, mit dem Gedanken haben wir nicht gespielt. Die Planungen haben auch schon vor Corona begonnen. Wir sind uns sicher, dass sich die Lage irgendwann normalisieren wird und unser breites und attraktives Freizeitangebot viele Leute nach Thurnau locken wird.