Hambach lebte bis zuletzt in seiner Wahlheimat Kulmbach und hinterlässt seine Ehefrau Gisela sowie die beiden Söhne Hermann und Markus samt vier Enkeln. Die Beisetzung fand bereits im engsten Familienkreis statt.

Geboren wurde Hermann Hambach 1935 in Trier. Es ist seinem beruflichen Werdegang geschuldet, dass er von Moselfranken nach Oberfranken wechselte, denn nach absolviertem Maschinenbaustudium in Köln kam Hambach als Diplomingenieur im Oktober 1981 nach Kulmbach. Im Februar des darauffolgenden Jahres übernahm er die Leitung der Stadtwerke, die er bis Ende 1998 innehatte, die letzten Jahre gemeinsam mit seinem späteren Nachfolger Stephan Pröschold.

Dieser erinnert sich an ein gutes und harmonisches Miteinander in einer Zeit, in der viele Weichen in Sachen Versorgung in Stadt und Landkreis gestellt wurden. "In Dr. Hambachs Zeitraum als Verantwortlicher fällt unter anderem die Umstellung der Großindustrie, darunter der Brauerei, von Schweröl auf Erdgas, was damals einen großen ökologischen Fortschritt bedeutete." Zum Jahresbeginn 1989 wechselten unter seiner Ägide die Kulmbacher Freizeiteinrichtungen Kunsteisbahn, Freibad und Hallenbad in den Verantwortungsbereich der Stadtwerke. Ein Mammutprojekt war die Optimierung der Leitungsnetze.

Seine Tätigkeit hatte Hambach weit über die Grenzen seiner zweiten Heimat hinaus bekannt gemacht. Sein Wissen, die Fähigkeit, dieses auch anderen zu vermitteln sowie die Bereitschaft, sich in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen, führten zur Übernahme vieler Ehrenämter in Berufsorganisationen und Wissenschaftseinrichtungen. Schon im Ruhestand lehrte er als Dozent an der Handwerkskammer. Dabei unterrichtete er angehende Brauer und Mälzer aus selbst erstellten Lehrbüchern über Erdgas, Wasser und Abwasser.

Später Doktortitel

Ein Höhepunkt in seinem Leben folgte, als er mit 49 Jahren an der TU Freiberg den akademischen Grad Doktor-Ingenieur erwarb. Auch die ehrenamtliche Tätigkeit Hermann Hambachs in Vereinen und sozialen Verbänden kann sich sehen lassen. So war er viele Jahre Mitglied des BRK-Kreisverbands und leitete den BRK-Sozialdienst sowie die Seniorenclubs.

Für den früheren BRK-Kreisvorsitzenden Jürgen Dippold war Hambach eine feste Säule bei der Blutspende im BRK. "Er hat insbesondere nach seinem Eintritt in den Ruhestand Verantwortung für den Blutspendemonatstermin übernommen, wobei es ihm dank seiner bekannt freundlichen Art gelang, Spender wie Helfer gleichermaßen zu begeistern." Großer Beliebtheit erfreuten sich auch seine monatlichen Aktionen im Seniorenkreis, erinnert sich Dippold. "Wir haben Hermann Hambach als aufrechten und zugewandten Rot-Kreuz-Mann schätzengelernt."

Der Verstorbene gehörte ferner viele Jahre dem Freundeskreis der Melkendorfer Werkstatt für behinderte Menschen an und wurde in den Vorstand des WfbM-Freundeskreises gewählt. Sein Herz schlug zudem für die DJK Kulmbach, bei der der "Aqua-Doc" (so sein Name beim RAV Absolvia) das Amt des zweiten Vorsitzenden bekleidet hatte. Unvergessen bleibt er auch in der Stadtsteinacher Faschingsgesellschaft.

Verbunden mit Alt-OB und Landrat

Sein Sohn Hermann, der als Brauingenieur eine eigene Firma in Dänemark führt, erinnert sich an seinen Vater als "absolut gut vernetzten Menschen", der rege Kontakte zur lokalen Politprominenz unterhielt. Besonders eng verbunden war der Verstorbene demnach mit Alt-OB Erich Stammberger sowie Landrat Klaus Peter Söllner.