Auf der Suche nach dem Super-Schlagloch würde man in Mangersreuth schnell fündig: Die Mangersreuther Straße ist in denkbar schlechtem Zustand, unzählige Male geflickt, eine Zumutung für Autofahrer und Radfahrer und ein Ärgernis für Fußgänger, die sich in Ermangelung eines Gehsteigs dort ihren Weg zwischen des Asphalt-Flicken suchen müssen.

Das soll sich nun ändern: Noch im Juli will die Stadt Kulmbach den Straßenabschnitt zwischen der Kirche und der Einmündung in die Wickenreuther Allee gründlich sanieren und im weiteren Verlauf bis zum Feuerwehrgerätehaus eine Der Stadtrat hat am Donnerstag bereits seine Zustimmung dazu gegeben.

Von den Anwohnern gewünscht

Immer wieder seien Anlieger mit der Bitte nach einer Sanierung an die Stadt herangetreten, hieß es dazu. Dank kurzfristig zur Verfügung stehender Rest haushaltsmittel könne man diesen Wunsch nun erfüllen. "Der Ausbau war für 2013 nicht vorgesehen", so Oberbürgermeister Henry Schramm. "Die Möglichkeit, das anzugehen, haben wir sehr kurzfristig, deswegen geht jetzt alles sehr schnell. Bis zur Kerwa im September soll's ja fertig sein."
Im Zuge der Bauarbeiten sollen auch gleich ein Gehsteig und Parkplätze angelegt werden; zudem werden die Stadtwerke einen Teil der in die Jahre gekommenen Hausanschlüsse erneuern oder umbinden.

Die Deckensanierung kann die zwischen Kirche und Feuerwehrhaus kann kostengünstig erfolgen: Mitarbeiter des Bauhofs werden hier die Straßenoberfläche herrichten - so, wie das in den letzten Wochen auf vielen anderen Straßen schon geschehen ist.

Für den Vollausbau hingegen muss die Stadt tief in die Tasche greifen. Die voraussichtlichen Kosten liegen bei knapp 375.000 Euro. Einen Teil dieser Summe wird sich die Stadt von den Anwohnern wieder holen: Weil es sich um einen Ausbau im Sinne der Straßenausbau-Beitragssatzung der Stadt handelt, können die Kosten anteilig auf die angrenzenden Grundstückeigentümer umgelegt werden, heißt es in dem Stadtratsbeschluss. Nach derzeitigem Planungsstand entfallen rund 75.000 Euro auf die Stadtwerke, 131.720 Euro auf die Stadt - und 167.530 Euro auf die Anlieger.

Bei den Anwohnern der Mangersreuther Straße war die Verunsicherung gestern groß. Mit der Post war ihnen ein Schreiben der Stadt ins Haus geflattert, in dem der Ausbau angekündigt und auf die Kostenbeteiligung hingewiesen wurde. Stefan Karl beispielsweise hat bislang nichts von der Baumaßnahme gewusst und ist nun sehr überrascht.

Wer zahlt wie viel?

"Ich habe keine Ahnung, was da auf uns zukommt", sagt Karin Pistor-Kunz, die nicht ganz versteht, warum sie zur Kasse gebeten werden soll, während im Bereich des Magister-Goldner-Platzes die Deckensanierung kostenfrei für die Anlieger erfolgt.

Wer in welcher Höhe zur Kasse gebeten wird, lasse sich pauschal nicht sagen, heißt es aus dem Rathaus: "Der Anteil ist abhängig von der Grundstücksgröße und wird individuell berechnet", so Pressesprecher Simon Ries. "Im Vergleich zu manch anderer größerer Ausbaumaßnahme in den letzten Jahren sind die Beträge im Schnitt aber in der Regel niedriger." Bei einer Informationsveranstaltung will die Stadt Kulmbach den Anwohnern die Pläne noch im Detail vorstellen.

Ab Dienstag hängen die Planunterlagen im Bauamt im Oberhacken 8 zur Einsicht aus - und Auskünfte über den voraussichtlichen Anteil gibt es für die Anlieger bei der Stadtkämmerei.