Ach, es ist schon schlimm. Seit Wochen sitze ich mit meiner Familie in den eigenen vier Wänden fest. Ich würde so gern draußen rumstolzieren und die Frühlingssonne genießen. Ein Virus soll daran schuld sein, dass das nicht geht.

Das Problem mit den Reiserückkehrern

Es heißt sogar, dass Reiserückkehrer aus dem Ausland quasi im Flug noch gefährlichere Mutanten mitgebracht haben. Irgendeiner hatte wohl vergessen, die Grenzen rechtzeitig dichtzumachen. Obwohl viele gewarnt hatten.

Also sitze ich hier und darf nicht raus, nicht einmal auf einen Sprung zum Nachbarn, in dessen Garten sich immer so leckere Sachen zum Fressen finden. Nach der Frage, ob es mir gut geht, kräht kein Hahn.

Die Liebste ist in Kurzarbeit

Ich bin zum Nichtstun verdammt. Doch noch schlimmer trifft es meine Frau. Denn Ostern ist eine Zeit, in der das ovale Resultat ihrer Arbeit besonders geschätzt wird. Stattdessen greifen die Leute jetzt zur Schokoladenvariante aus dem Supermarktregal. Und meine Liebste ist in Kurzarbeit.

Keiner kann mir sagen, wie lange ich noch in Quarantäne bleiben muss. Dabei wurde ich doch kürzlich erst geimpft - hat übrigens gar nicht wehgetan.

Ein Eierlikörchen ...

Während ich mich strikt an die Ausgangsbeschränkung halte, rotten sich vor dem Fenster immer wieder Artgenossen zusammen und pfeifen auf die Vorschriften. Das ist mehr als ärgerlich. Aber was soll's - ich will vernünftig sein. Ich möchte schließlich nicht, dass wegen meines Verhaltens andere gefährdet werden. Und ich bin sicher: Irgendwann wird sie vorbei sein, die Vogelgrippe in der Region. Dann gönn' ich mir ein Eierlikörchen - aus eigener Produktion, versteht sich.

Frohe Ostern. Ihr Hans Hahn