Advent - stille Zeit. Normalerweise ist es mit der Stille in den Tagen und Wochen vor Weihnachten nicht weit her. Weihnachtsfeiern, Konzerte, Besorgungen, Vorbereitungen für die Festtage, an denen die ganze Familie zusammenkommt. Da gibt es viel zu tun.

Dieses Jahr ist alles anders. Auch das Weihnachtsfest. Wir feiern im kleinsten Kreis. Es gibt keine Einladungen, keine Treffen, keine kulturellen Veranstaltungen. Wir brauchen eine Eintrittskarte für die Kirche, wo wir mit reichlich Abstand zu anderen Besuchern und mit Maske Gottesdienst feiern. Singen ist tabu. Mit Bekannten auf einen Plausch zusammenstehen ebenso. Wir kommen und wir gehen still wieder nach Hause.

Es ist ein stilles Weihnachten. Deutlich stiller, als wir es uns wünschen.

Und doch werden wir alle versuchen, irgendwie das Beste daraus zu machen. Wir verbringen Zeit mit dem Partner und den Kindern, beschäftigen uns kreativ, basteln, lesen ein Buch, hören Musik, schauen Filme, packen angestaubte Familienspiele wieder aus, genießen vielleicht auch einmal ein wenig die Ruhe, die Abwesenheit der sonst üblichen Hektik.

Und die Kontakte zu anderen Menschen, die uns wichtig sind? Damit die nicht auf der Strecke bleiben, müssen wir sie bewusst pflegen. Ein Anruf oder Video-Chat sind Möglichkeiten, um in Verbindung zu bleiben. Und dann gibt's da noch eine altmodische Idee: Briefe schreiben! Oder Karten. Von Hand. Auf Papier. Die ein echter Postbote in einen richtigen Briefkasten steckt.

Ich erledige gerade meine Weihnachtspost. Zahlreicher und aufwendiger als sonst. Beim Schreiben stelle mir vor, wie sich die Empfänger freuen, wenn sie ihr Kuvert im Briefkasten entdecken - und freue mich mit.