Früher war die Sozialstation der Arbeiterwohlfahrt (Awo) bei der Kurzzeitpflege in der Schützenstraße untergebracht. Jetzt hat die Awo neue Räumlichkeiten: in der Caspar-Fischer-Straße 28 in der Blaich. Dana Kolenda (35) wird die Leitung der Sozialstation fortführen und freut sich schon auf die Aufgabe. In den rund 70 Quadratmeter großen Räumlichkeiten gibt es ein Büro, eine Umkleide, Toiletten. Sogar an eine Behindertentoilette und einen barrierefreien Zugang wurde bei den Umbauarbeiten gedacht. Derzeit betreut die Sozialstation in der Blaich mehr als 100 Patienten. Dana Kolenda koordiniert 14 Pflegekräfte und vier Hauswirtschafterinnen. "Wir könnten unsere vier Touren sofort ausweiten, aber es ist schwer, Fachkräfte zu finden", sagt sie.


Großer Gemeinschaftsraum

Der Clou an der neuen Sozialstation allerdings ist ein anderer: Denn Dreh- und Angelpunkt der
Sozialstation ist ein großer Gemeinschaftsraum mit integrierter Kochgelegenheit. Dieser Raum soll zu einer Begegnungsstätte für bis zu 25 ältere Mitbürger werden, wünscht sich die Kreisvorsitzende der Awo, Inge Aures, zur Eröffnung. "Wir wollen den Menschen aus der Blaich eine Möglichkeit geben, mit anderen Kontakt zu halten. Sie sollen rauskommen, einfach mal einen Kaffee trinken können oder einfach nur mit anderen zusammensitzen", so Aures.


Warmer Mittagstisch

Die Awo bietet in den Räumlichkeiten einen warmen Mittagstisch an. Es stehen zwei Menüs zur Auswahl, die in der Awo-Küche frisch gekocht werden, erklärt Dana Kolenda die Details. Allerdings sollten sich Interessierte zwei Tage vorher anmelden. "Das muss sich natürlich alles erst einspielen. Aber wenn der Mittagstisch angenommen wird, dann kann er auch auf das Wochenende ausgeweitet werden", so Kolenda.


Kostenlose Beratungen

Außerdem soll die Begegnungsstätte zu einer Anlaufstelle für kostenlose Beratungen werden. Es sollen regelmäßig Informationsversanstaltungen stattfinden, auch Kurse für pflegende Angehörige. Überdies hat die Awo mit der Baugenossenschaft eine Kooperationsvereinbarung getroffen. Diese ermöglicht es den Mietern der Baugenossenschaft, für 3,50 Euro im Monat einen "Notfallknopf" zu bekommen. "Diesen Notrufmelder können sich die Leute, die noch in ihrer eigenen Wohnung leben, umhängen und wenn etwas passiert, können sie einen Notruf absetzen", erklärt Udo Petzoldt, Vorsitzender der Baugenossenschaft, das Prinzip. "Das gibt den Menschen Sicherheit", sagt Petzoldt und betont, dass die Menschen so länger in ihrem sozialen Umfeld bleiben können. "Wir wollen der Isolation und Ausgrenzung im Alter entgegenwirken", so Petzoldt.


Standort bewusst gewählt

Große Pläne hat die Awo auch bei den Beratungsangeboten. So sollen in der Sozialstation Fragen zu Vorsorgeregelungen, zu Pflegeversicherung, Finanzierung der Pflege geklärt werden. Auch Anträge zu Wohngeld und Grundsicherung sollen in der neuen Sozialstation möglich sein. "In der Blaich leben viele ältere Bürger, deshalb haben wir diesen Standort gewählt", so die Kreisvorsitzende Inge Aures.
Dana Kolenda,betonte bei der Eröffnung, dass es auch stundenweise Betreuung für ältere Menschen geben wird. Und außerdem soll an jedem ersten Samstag im Monat ein Demenz-Kaffee angeboten werden, um Angehörige zu entlasten.