Solche Geschäfte gibt es in Kulmbach nicht mehr. Wenn wir heute ein Schneidteiferla brauchen, müssen wir es im Supermarkt oder im Kaufhaus suchen. Dort hängen oder liegen die Messerchen, rundum in stabiles Plastik verpackt, in den Regalen. Und weil es die gleichen Regale mit den gleichen Messern nicht nur in Kulmbach gibt, sondern auch im Rheinland, in Mecklenburg-Vorpommern oder sonst wo, wo man kein Schneidteiferla kennt, sondern ein "Bümmerken" oder ein "Knief", heißen die Messer nun "Küchenmesser, klein" oder "Gemüsemesser".

Das ist schon korrekt, irgendwie. Aber dem Schneidteiferla wird es nicht gerecht, wenn man es "Gemüsemesser" nennt. Natürlich kann man damit Kartoffeln schälen, Möhren schaben und Salat putzen. Aber man kann damit auch Blumen schneiden, Briefe öffnen, die lose Schraube vom Pfannenstiel festdrehen und Bleistifte spitzen. So ein Schneidteiferla ist ein echter Tausendsassa - der Teufelskerl unter den Messern gewissermaßen.
Vorbei, vergessen... ein Relikt der guten alten Zeit.

Nein, damals war nicht alles besser. Aber die Dinge hatten einen Namen, der ihnen gerecht wurde. Und hießen nicht einfach nur "Küchenmesser, klein".