Was mögen diese alten Gemäuer in 700 Jahren alles gesehen und erlebt haben? Einen kleinen Einblick in die wechselvolle Bau- und Nutzungsgeschichte des ehemaligen Zisterzienserhofes von 1321 bis 2021 will das Buch "Der Langheimer Amtshof" geben, das der Kulmbacher Holger Peilnsteiner aus Anlass des Jubiläums im Auftrag der Langheimer Amtshof Sanierungs- und Verwaltungs-GmbH verfasst hat.

Holger Peilnsteiner, ein profunder Geschichtskenner und stellvertretender Vorsitzender der "Freunde der Plassenburg", wurde im vergangenen Jahr mit der Erforschung und Zusammenstellung der Festschrift über den Prachtbau am Fuß der Plassenburg beauftragt. Bei der Buchpräsentation im Landratsamt stellte er sein 140 Seiten starkes Werk vor, das nun mit etwas Verspätung erscheint - eigentlich sollte es noch vor Weihnachten herausgebracht werden.

Die Festschrift, so Holger Peilnsteiner, streift in einem Parforceritt durch die Jahrhunderte die Schenkung der Kapelle - sie war der Grundstein des Amtshofes - und weiterer Gebäude und Grundstücke an die Zisterziensermönche aus Langheim, die seit dem 14. Jahrhundert ihre umfangreichen Besitzungen von diesem Amtshof aus verwalteten, und hier auch riesige Speicher für Getreide unterhielten. Ab 1692 begann der Bau des heute noch bestehenden prachtvollen Barockpalasts. Genutzt wurde der Amtshof als Verwaltungssitz, als Ort der Diplomatie, der katholischen Religionsausübung im protestantischen Kulmbach, Gasthaus für katholische Reisende, Zuflucht für die Äbte von Langheim bei Streit mit den Bamberger Fürstbischöfen und als Lager für die Ernte aus über 40 Orten rund um Kulmbach.

Das Buch zeigt auch, wie prachtvoll der Hof von den katholischen Mönchen einst ausgestattet wurde. Die Verluste nach der Vertreibung der Zisterzienser 1803 und die Säkularisation werden in dem Buch ebenso beschrieben wie die ab 1804 mehrfach wechselnden Nutzer. Die Leser erfahren etwas über die von den Zisterziensern tief in den Burgberg getriebenen Gänge und Felsenkeller und Geheimnisse des Denkmals, in dem heute eine Schule für Pharmazeutisch-technische Assistenten und die Akademie für Neue Medien und Räume der Akademie der Bayerischen Presse untergebracht sind.

Landrat Klaus Peter Söllner (Freie Wähler) zeigte sich beeindruckt von dem Buch. Es sei ein exponiertes Werk über ein Gebäude mit einer geschichtlich herausragenden Eigentümlichkeit. Söllner lobte ebenso wie Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) das überaus erfolgreiche Engagement der Sanierungs- und Verwaltungs-GmbH unter einer 40-jährigen Ära von Rolf Peilnsteiner, der es zu verdanken sei, dass das Denkmal heute so gut dastehe. Lehmann gratulierte Holger Peilnsteiner, mit dem er am MGFG das Abitur abgelegt hat, für eine tolle Zeitreise durch 700 Jahre Amtshof: "140 Seiten geballtes Wissen rund um dieses Prachtgebäude, liebevoll aufbereitet mit historischem Kartenmaterial, Bildern und Fotografien."

Das Buch

Das Buch "Der Langheimer Amtshof" (140 Seiten) von Holger Peilnsteiner ist über die Verkaufsstelle auf der Plassenburg zu erwerben oder unter ISBN 978-3-00-071312-5 zu bestellen. Es kostet 10 Euro. Herausgegeben wurde es von der Langheimer Amtshof Sanierungs- und Verwaltungs-GmbH.